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Wunder Po beim Baby: Hausmittel, die helfen – und die schaden

DVDavid van der Velden15 Min. Lesezeit
Wunder Po beim Baby: Hausmittel, die helfen – und die schaden

Du öffnest die Windel, und da ist sie: eine rote, glänzende Stelle am Po.

Beim Abwischen verzieht dein Baby das Gesicht oder fängt an zu weinen. Spätestens jetzt fragen sich viele Eltern, was sie falsch gemacht haben.

Wahrscheinlich gar nichts. Ein wunder Po gehört zu den häufigsten Hautproblemen im Babyalter. Laut dem Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit hat etwa die Hälfte aller Kinder während der Windelzeit irgendwann einen wunden Po. Oft taucht er plötzlich auf, obwohl du gründlich und liebevoll gewickelt hast.

Die kurze Antwort auf die Frage, was hilft: Meist bringt eine schlichte Routine mehr als jedes Hausmittel. Häufig wickeln, mit lauwarmem Wasser sanft reinigen, gut trocken tupfen, die Haut zwischendurch an die Luft lassen und bei Bedarf eine Schutzsalbe auftragen. Hausmittel wie Muttermilch, Kamille oder Heilwolle können dazu höchstens eine Ergänzung sein. Manche gut gemeinten Tipps aus dem Internet schaden der Haut sogar.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Hausmittel bei einem wunden Po beim Baby sinnvoll sein können, welche du besser weglässt und bei welchen Anzeichen du lieber zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehst.

Was ist ein wunder Po beim Baby?

Ärztinnen und Ärzte sprechen bei einem wunden Po von einer Windeldermatitis. Gemeint ist eine Entzündung der Haut genau dort, wo die Windel aufliegt: am Po, im Genitalbereich, am unteren Bauch und an den Oberschenkeln.

Warum gerade unter der Windel?

Unter jeder Windel ist es wärmer und feuchter als auf freier Haut. Die oberste Hautschicht weicht dadurch auf und wird empfindlicher. Kommt dann noch Reibung durch die Windel dazu, wird die Schutzbarriere der Haut nach und nach geschwächt.

Urin und Stuhl verstärken das. Aus Urin kann Ammoniak entstehen, und Abbauprodukte aus dem Stuhl reizen die Haut zusätzlich. Durchfall, häufiger Stuhlgang oder eine Ernährungsumstellung, etwa beim Start mit Beikost, machen einen wunden Po deshalb wahrscheinlicher. Auch eine Antibiotika-Behandlung kann eine Rolle spielen.

Dazu kommt: Die Haut von Neugeborenen und jungen Säuglingen ist noch nicht ausgereift. Sie reagiert schneller auf Reize als die Haut älterer Kinder. Am häufigsten tritt eine Windeldermatitis trotzdem nicht in den ersten Wochen auf, sondern im Alter zwischen etwa 9 und 12 Monaten.

So sieht eine leichte Reizung aus

Bei einer leichten Windeldermatitis ist die Haut flächig gerötet, manchmal mit sehr kleinen Knötchen. Sie wirkt leicht geschwollen und gereizt. Dein Baby kann beim Wickeln empfindlich reagieren, vor allem wenn du die Haut berührst oder Urin auf die gereizte Stelle trifft. Typisch ist auch, dass die tiefen Hautfalten anfangs eher ausgespart bleiben.

Wann mehr dahinterstecken kann

Nicht jede Rötung im Windelbereich ist eine einfache Reizung. Auf geschwächter Haut können sich Hefepilze (meist Candida albicans) oder Bakterien ansiedeln. Bei einem Pilzbefall sprechen Fachleute von Windelsoor.

Hellhörig werden solltest du bei:

  • stark ausgeprägter, glänzender Rötung
  • nässenden, offenen oder blutenden Stellen
  • Bläschen, Pusteln, Eiter oder Krusten
  • kleinen roten Punkten am Rand der Rötung oder Veränderungen in den Hautfalten
  • einer Ausbreitung über den Windelbereich hinaus

Solche Zeichen sagen noch nichts Sicheres über die Ursache aus. Sie sind aber ein guter Grund, die Haut ärztlich anschauen zu lassen, statt weitere Hausmittel auszuprobieren. Auch andere Hauterkrankungen wie ein seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte können im Windelbereich ähnlich aussehen.

Was hilft bei einem wunden Babypo wirklich?

Bevor es um einzelne Hausmittel geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen. Die meisten Fachquellen sind sich hier einig: Ein leicht wunder Po heilt vor allem dann, wenn die Haut möglichst kurz mit Urin und Stuhl in Kontakt ist, trocken bleibt und in Ruhe gelassen wird.

Die Windel häufig wechseln

Eine nasse oder volle Windel hält Feuchtigkeit und reizende Stoffe direkt auf der Haut. Je kürzer dieser Kontakt, desto besser kann sich die Haut erholen. Wechsle die Windel deshalb zeitnah, vor allem nach dem Stuhlgang.

Einen festen Takt, der für jedes Baby passt, gibt es nicht. Die Kinder- und Jugendärzte im Netz nennen als Orientierung bei Neugeborenen etwa alle zwei Stunden, später alle drei bis vier Stunden. Bei einem wunden Po darf es ruhig öfter sein. Auch ein Wechsel in der Nacht kann sinnvoll sein, wenn die Windel lange voll ist. Wie du die Windel so anlegst, dass sie gut sitzt und nicht scheuert, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Windelanlegen.

Den Po sanft reinigen

Für die Reinigung reichen in der Regel lauwarmes Wasser und ein weicher Waschlappen oder Baumwolltücher. Wische nicht kräftig, sondern lieber mehrmals sanft. Angetrocknete Stuhlreste lassen sich leichter lösen, wenn du sie kurz mit Wasser einweichst.

Danach kommt der Schritt, der oft unterschätzt wird: das Trocknen. Tupfe die Haut mit einem weichen Tuch trocken, statt zu reiben. Denk dabei auch an die Hautfalten in der Leiste und am Po.

Parfümierte Produkte, Seifen und alkoholhaltige Tücher können gereizte Haut zusätzlich belasten. Unterwegs sind Feuchttücher praktisch. Sie sollten dann möglichst frei von Duftstoffen, Alkohol und ätherischen Ölen sein. Bei bereits wunder Haut greifen viele Kinderärztinnen und Kinderärzte lieber auf Wasser und Waschlappen zurück. Was die Angabe „99 % Wasser“ auf Feuchttüchern bedeutet, haben wir in diesem Artikel aufgeschlüsselt.

Luft an die Haut lassen

Frische Luft ist eines der einfachsten Mittel gegen einen wunden Po. Ohne Windel kann die Haut abtrocknen und sich erholen. Schon mehrere kurze windelfreie Phasen am Tag helfen.

So klappt es im Alltag:

  • Lege eine Moltondecke oder ein großes Handtuch auf eine waschbare Unterlage.
  • Sorge für einen warmen Raum, damit dein Baby nicht auskühlt.
  • Plane die windelfreie Zeit zum Beispiel nach dem Baden oder nach dem Wickeln ein.
  • Bleib immer dabei. Lass dein Baby nie unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch oder einer erhöhten Fläche liegen. Der Boden ist der sicherere Ort.

Eine geeignete Schutzsalbe verwenden

Eine Wundschutzsalbe legt sich wie ein dünner Film auf die Haut. Sie hält Feuchtigkeit, Urin und Stuhl ein Stück weit fern. Bewährt haben sich Pasten und Salben mit Zinkoxid sowie Zubereitungen mit Vaseline, Paraffin oder Wollwachs (Lanolin). Auch Salben mit Dexpanthenol werden häufig empfohlen. Trage die Salbe dünn auf saubere, trockene Haut auf und halte dich an die Gebrauchsanweisung.

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Eine Schutzsalbe schützt die Haut. Sie behandelt aber keine Pilz- oder Bakterieninfektion. Liegt ein Windelsoor vor, braucht dein Baby eine Salbe mit einem Wirkstoff gegen Pilze, die die Ärztin oder der Arzt empfiehlt. Fettende Salben allein sind bei Pilzbefall nicht geeignet.

Bei der Auswahl hilft ein schlichter Grundsatz: lieber ein gut verträgliches Produkt konsequent verwenden als mehrere Cremes übereinander schichten.

Hausmittel bei wundem Babypo: Was ist sinnvoll?

„Natürlich“ klingt sanft. Für Babyhaut bedeutet es aber nicht automatisch, dass etwas verträglich oder wirksam ist. Eine Übersichtsarbeit, auf die sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bezieht, konnte keine deutlichen Vorteile natürlicher Wirkstoffe bei Windeldermatitis finden. Schauen wir uns die bekanntesten Hausmittel deshalb einzeln an.

Lauwarmes Wasser: die einfache erste Wahl

Klingt unspektakulär, ist aber das Mittel, das alle Fachquellen empfehlen. Wasser reinigt, ohne Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Tenside auf die gereizte Haut zu bringen. Bei einem wunden Po gilt oft: Je weniger Produkte auf die Haut kommen, desto ruhiger kann sie werden.

Muttermilch auf den wunden Po

Der Tipp, ein paar Tropfen Muttermilch auf die gerötete Haut zu geben, hält sich hartnäckig. Ganz aus der Luft gegriffen ist er nicht. Muttermilch enthält Bestandteile mit antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften, und einige kleinere Studien haben einen positiven Effekt bei leichter Windeldermatitis beobachtet. Eine Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2026 kam auf Grundlage von nur vier Studien mit insgesamt 281 Säuglingen zu einem günstigen Ergebnis und fordert selbst größere Studien.

Gleichzeitig ist die Datenlage dünn und nicht einheitlich. Laut dem BVKJ war Muttermilch in einer Übersichtsarbeit weniger wirksam als eine Zinkoxid-Zubereitung. Bei einer ausgeprägten Windeldermatitis sei ihre Wirkung zu gering.

Das heißt für dich: Wenn du stillst und ein paar Tropfen Muttermilch auf eine leicht gerötete Stelle geben möchtest, spricht bei intakter Haut wenig dagegen. Lass sie gut antrocknen. Muttermilch ersetzt aber nicht das häufige Wickeln, das Trocknen und die Schutzsalbe. Bei offenen, nässenden oder möglicherweise infizierten Stellen solltest du nicht auf Muttermilch setzen, sondern ärztlichen Rat einholen.

Kamillentee oder Kamillenumschläge

Kamille gilt als hautberuhigend und wird bei Windeldermatitis traditionell gern eingesetzt, etwa als Zusatz im Badewasser. Auch Kinderärztinnen und Kinderärzte nennen Kamillenbäder als mögliche unterstützende Maßnahme. Gut belegt ist ein Nutzen bei Windeldermatitis allerdings nicht.

Dazu kommen zwei Punkte, die oft untergehen. Kamille gehört zu den Korbblütlern, und auf diese Pflanzenfamilie können Menschen allergisch reagieren, auch mit einer Kontaktdermatitis. Und ein selbst aufgebrühter Tee, der stundenlang herumsteht und immer wieder auf die Haut getupft wird, ist hygienisch nicht ideal.

Wenn du Kamille ausprobieren möchtest, dann lieber als frisch zubereiteten, abgekühlten Zusatz zum Badewasser als in Form von Umschlägen, die länger auf der Haut liegen. Zeigt die Haut danach mehr Rötung oder Pusteln, lass es wieder weg.

Heilwolle beim Baby

Heilwolle ist naturbelassene Schafwolle, die noch ihr natürliches Wollfett (Lanolin) enthält. Sie wird in die Windel gelegt und soll Feuchtigkeit aufnehmen, ein Luftpolster bilden und die Haut pflegen. Viele Hebammen und Eltern schwören darauf.

Klinische Studien, die einen Nutzen bei Windeldermatitis belegen, gibt es allerdings kaum. Dazu kommen Punkte, die du kennen solltest:

  • Lanolin kann eine Kontaktallergie auslösen. Fachstellen nennen dabei besonders Menschen mit vorgeschädigter Haut, etwa bei Neurodermitis, als Risikogruppe.
  • Heilwolle ist sauber, aber nicht keimfrei. Sie gehört nicht auf offene oder nässende Haut.
  • Sie muss nach jedem Windelwechsel ausgetauscht werden.

Bei einer leichten Rötung ohne offene Stellen kann Heilwolle eine Option sein. Bei entzündeter, nässender oder verletzter Haut und bei Verdacht auf einen Pilzbefall ist sie nicht das richtige Mittel.

Kokosöl, Olivenöl und andere Pflanzenöle

Öle aus der Küche wirken mild und vertraut. Für Babyhaut ist die Sache komplizierter. In einer britischen Pilotstudie mit 115 Neugeborenen verzögerten Olivenöl und Sonnenblumenöl, zweimal täglich aufgetragen, die Entwicklung der Hautbarriere im Vergleich zu keinem Öl. Die Autorinnen und Autoren raten deshalb, diese Öle bei Neugeborenen vorerst nicht zu empfehlen. Die Studie war klein und betraf die allgemeine Hautpflege, nicht direkt den wunden Po. Sie zeigt aber, dass „pflanzlich“ kein Gütesiegel ist.

Für Kokosöl gibt es keine verlässlichen Studien, die eine Wirkung bei Windeldermatitis belegen. Wie ein Öl auf der Haut wirkt, hängt außerdem stark von Zusammensetzung, Reinheit und Lagerung ab. Ein Öl kann allein auch nicht leisten, was eine Schutzsalbe tut. Eine Ausnahme ist das Lösen von angetrockneten Stuhlresten: Dafür kann ein Babyöl kurz hilfreich sein, danach trocknest du die Haut wieder gut ab.

Muttermilch, Öl und andere Mittel im Vergleich

Mittel Was ist bekannt? Empfehlung
Lauwarmes Wasser Von Fachquellen als Reinigung empfohlen Sinnvolle Basis bei jedem Wickeln
Geeignete Schutzsalbe (z. B. mit Zinkoxid) Unterstützt die Hautbarriere, schützt vor Feuchtigkeit Bei Bedarf dünn nach Gebrauchsanweisung auftragen
Muttermilch Einige kleine Studien mit positivem Effekt, Datenlage dünn; bei stärkerer Entzündung laut BVKJ zu schwach Bei leichter Rötung möglich, kein Ersatz für Basispflege
Kamille Traditionell genutzt, Nutzen kaum belegt; Allergie auf Korbblütler möglich Höchstens als frischer Badezusatz, bei Reaktion absetzen
Heilwolle Kaum Studien; Lanolin kann Kontaktallergien auslösen, nicht keimfrei Nur bei leichter Rötung ohne offene Stellen
Oliven-, Sonnenblumen-, Kokosöl Kein Wirkungsnachweis bei Windeldermatitis; Hinweise auf Störung der Hautbarriere bei Neugeborenen Nicht als Behandlung empfohlen

Diese Hausmittel können dem Babypo schaden

Manche Tipps klingen harmlos und machen die Sache trotzdem schlimmer. Bei den folgenden Mitteln ist Zurückhaltung angebracht.

Ätherische Öle und stark parfümierte Produkte

Teebaumöl, Lavendelöl oder selbst gemischte Duftöle haben im Windelbereich nichts zu suchen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Säuglinge und Kleinkinder deutlich empfindlicher auf ätherische Öle reagieren als Erwachsene. Unverdünnte ätherische Öle sind für sie nicht geeignet. Möglich sind unter anderem Haut- und Schleimhautreizungen, und schon kleinste Mengen in Mund oder Nase können gefährlich werden. Teebaumöl kann zudem Allergien auslösen.

Auch stark parfümierte Cremes, Lotionen oder Tücher können gereizte Haut weiter belasten. Je schlichter ein Produkt zusammengesetzt ist, desto besser für einen wunden Po.

Puder, Talkum und Maisstärke

Puder scheint logisch: Er soll die Haut trocken halten. Fachleute raten trotzdem davon ab. Loser Puder kann aufgewirbelt und eingeatmet werden, was die Atemwege des Babys reizen kann. Auf feuchter Haut bildet er außerdem leicht Klümpchen, die zusätzlich reiben. Das Gesundheitsportal des Bundes zählt Puder zu den Pflegeprodukten, die eine Windeldermatitis begünstigen können.

Das gilt auch für selbst gemischten Puder aus Maisstärke oder anderen Küchenzutaten. Ein bewährtes Mittel ist das nicht, und bei einem Pilzbefall ist Stärke erst recht keine gute Idee.

Alkohol, Essig, Zitronensaft und andere reizende Mittel

Im Netz finden sich Tipps, die Haut mit verdünntem Essig, Zitronensaft oder Alkohol „zu desinfizieren“. Auf entzündeter oder verletzter Babyhaut brennen solche Flüssigkeiten. Sie können die ohnehin geschwächte Hautbarriere weiter schädigen und die Entzündung verstärken. Lass sie bitte weg, auch stark verdünnt.

Zahnpasta, Backpulver und selbst gemischte Cremes

Zahnpasta, Backpulver, Natron oder Rezepte aus dem Küchenschrank wurden nicht für gereizte Babyhaut entwickelt. Sie können einen ungünstigen pH-Wert haben, unbekannte Zusatzstoffe enthalten oder verunreinigt sein. Selbst gerührte Salben sind zudem kaum haltbar und hygienisch schwer zu kontrollieren. Was du sparst, zahlt im schlimmsten Fall die Haut deines Babys.

Zu viele Produkte gleichzeitig

Wenn der Po nicht schnell besser wird, ist der Impuls verständlich: noch eine Creme, noch ein Öl, dann doch wieder Puder. Genau das kann die Haut zusätzlich stressen. Laut den Kinder- und Jugendärzten im Netz sind für Unverträglichkeitsreaktionen meist Pflegeprodukte oder Reinigungsmittel verantwortlich, seltener die Windel selbst.

Wer ständig wechselt, erkennt außerdem nicht mehr, was der Haut gutgetan hat und was sie gereizt hat. Bleib lieber bei einer einfachen Routine und gib ihr ein paar Tage Zeit.

So pflegst du einen wunden Babypo Schritt für Schritt

Diese Routine ist für eine leichte Reizung gedacht. Sie dauert nur wenige Minuten länger als ein normaler Windelwechsel.

  1. Wasch dir gründlich die Hände.
  2. Öffne die volle Windel vorsichtig und entferne groben Stuhl mit dem sauberen Teil der Windel.
  3. Reinige den Windelbereich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen oder Baumwolltuch. Bei Mädchen wischst du von vorne nach hinten, mehr dazu in unserem Artikel zum Wickeln von Mädchen.
  4. Tupfe die Haut vorsichtig trocken, auch in den Falten. Nicht reiben.
  5. Gönn deinem Baby, wenn es passt, ein paar Minuten ohne Windel auf einer warmen, sauberen Unterlage.
  6. Trage bei Bedarf eine dünne Schicht Schutzsalbe auf die gerötete Stelle auf, so wie es in der Gebrauchsanweisung steht.
  7. Leg eine saubere, gut passende Windel an, nicht zu eng. Schau beim nächsten Wechseln, wie sich die Haut verändert.

Wird die Haut trotz dieser Pflege schlechter, entstehen offene Stellen oder hast du den Verdacht auf eine Infektion, ist eine ärztliche Einschätzung wichtiger als das nächste Hausmittel.

Wie lange dauert ein wunder Po beim Baby?

Eine leichte Windeldermatitis bessert sich bei konsequenter Pflege oft schon nach zwei bis drei Tagen, so beschreibt es das Gesundheitsportal des Bundes. Eine Garantie gibt es dafür nicht. Jede Haut heilt in ihrem eigenen Tempo, und Durchfall oder ein Infekt können den Verlauf in die Länge ziehen.

Bessert sich die Haut nach zwei bis drei Tagen nicht, wird sie schlechter oder kommt der wunde Po immer wieder, lass sie ärztlich anschauen. Versuche einen vermuteten Pilzbefall nicht selbst zu behandeln. Ob Pilze oder Bakterien beteiligt sind, kann nur die Kinderärztin oder der Kinderarzt sicher feststellen.

Wann solltest du mit einem wunden Babypo zum Arzt?

Die meisten wunden Pos heilen zu Hause ab. In diesen Situationen solltest du aber nicht abwarten, sondern ärztlichen Rat einholen:

  • Die Haut ist stark gerötet, geschwollen oder dein Baby hat deutlich Schmerzen.
  • Es gibt offene, blutende oder nässende Stellen.
  • Du siehst Bläschen, Pusteln, Eiter oder Krusten, oder der Ausschlag breitet sich schnell aus.
  • Am Rand der Rötung zeigen sich kleine rote Punkte, oder die Hautfalten sind mitbetroffen. Das kann auf eine andere Ursache wie einen Pilzbefall hinweisen.
  • Hautveränderungen tauchen auch außerhalb des Windelbereichs auf.
  • Nach zwei bis drei Tagen schonender Pflege ist keine Besserung zu sehen, oder der wunde Po kommt immer wieder.
  • Dein Baby hat Fieber, trinkt schlecht oder wirkt insgesamt krank.

Bei Babys unter drei Monaten gilt eine Besonderheit: Eine gemessene Körpertemperatur von 38,0 °C oder mehr sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden, auch wenn sonst nichts auffällt. Wirkt dein Baby schwer krank, apathisch oder hat es Atemprobleme, ruf den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall die 112 an.

Der Gang in die Praxis ist kein Zeichen, dass du versagt hast. Es geht darum, die Ursache zu klären und die passende Behandlung zu finden. Manchmal braucht die Haut einfach einen Wirkstoff, den kein Hausmittel ersetzen kann.

Wunder Po vorbeugen: Diese Gewohnheiten helfen

Vieles, was einen wunden Po heilt, beugt ihm auch vor:

  • Windeln regelmäßig wechseln, vor allem nach dem Stuhlgang.
  • Den Windelbereich mit Wasser schonend reinigen und gut trocken tupfen.
  • Mehrmals am Tag kurze windelfreie Zeiten einplanen.
  • Auf saugstarke, gut sitzende Windeln achten. Wie moderne Windeln Feuchtigkeit binden, erklärt unser Beitrag zum Superabsorber in Windeln.
  • Reizarme Pflegeprodukte ohne unnötige Duftstoffe wählen und nicht ständig wechseln.
  • Bei häufigem Stuhlgang oder Durchfall vorbeugend eine dünne Schicht Schutzsalbe auftragen.
  • Wenn der Po immer wieder wund wird, notieren, wann es passiert, etwa nach neuen Lebensmitteln, Medikamenten oder Produkten, und das in der Praxis ansprechen.

Stillen bietet nach Einschätzung der Kinder- und Jugendärzte offenbar einen gewissen Schutz. Trotzdem lässt sich nicht jeder wunde Po verhindern. Auch bei sehr sorgfältigen Eltern ist die Haut mal gereizt. Das ist normal und kein Grund für Schuldgefühle. Eine Übersicht über sinnvolle Pflegeartikel für den Start findest du in unserer Checkliste zur Erstausstattung.

Fazit: Weniger Hausmittel, mehr sanfte Pflege

Ein wunder Po beim Baby ist häufig und meist gut in den Griff zu bekommen. Die wichtigsten Helfer sind dabei erstaunlich schlicht: lauwarmes Wasser, sanftes Trockentupfen, häufiges Wickeln und viel Luft an der Haut. Eine passende Schutzsalbe kann die Haut zusätzlich schützen.

Muttermilch, Kamille, Heilwolle oder Pflanzenöle sind keine bewährten Lösungen für jeden wunden Po. Manche können bei leichter Rötung eine Ergänzung sein, andere eher reizen. Ätherische Öle, Essig, Alkohol, Puder und selbst gemischte Rezepturen lässt du besser ganz weg.

Und wenn die Haut nicht besser wird, offene Stellen oder Pusteln auftauchen oder dein Baby krank wirkt, hol dir ärztlichen Rat. Du musst das nicht allein herausfinden. Mit etwas Geduld und einer ruhigen Routine erholt sich die Haut deines Babys in den meisten Fällen schnell wieder.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

Häufige Fragen

Am schnellsten hilft meist die Kombination aus häufigem Wickeln, Reinigung mit lauwarmem Wasser, gründlichem Trockentupfen, windelfreien Phasen und einer dünnen Schicht Schutzsalbe, zum Beispiel mit Zinkoxid. Bei einer leichten Reizung bessert sich die Haut damit oft innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Bei leichter Rötung und intakter Haut spricht wenig dagegen, ein paar Tropfen Muttermilch aufzutragen und antrocknen zu lassen. Einige kleine Studien deuten auf einen Nutzen hin, die Datenlage ist aber dünn. Muttermilch ersetzt keine Basispflege und ist bei offenen, nässenden oder infizierten Stellen keine passende Behandlung.

Kamille wird traditionell als Badezusatz genutzt, ein Nutzen bei Windeldermatitis ist aber kaum belegt. Da Kamille zu den Korbblütlern gehört, sind allergische Hautreaktionen möglich. Wenn du sie ausprobierst, dann frisch zubereitet und abgekühlt im Badewasser. Reagiert die Haut gereizt, setz sie ab.

Dafür gibt es keinen verlässlichen Nachweis. Pflanzenöle können eine Schutzsalbe nicht ersetzen, und bei Oliven- und Sonnenblumenöl gibt es Hinweise, dass sie die Entwicklung der Hautbarriere von Neugeborenen stören können. Als Behandlung für einen wunden Po ist Kokosöl daher nicht zu empfehlen.

Nein. Loser Puder kann eingeatmet werden und die Atemwege reizen. Auf feuchter Haut bildet er Klümpchen, die zusätzlich scheuern. Das gilt für Talkum ebenso wie für Maisstärke. Luft, gründliches Trocknen und eine Schutzsalbe sind die bessere Wahl.

Bei einer leichten Reizung ist eine Zinksalbe oft gut geeignet, weil sie die Haut vor Feuchtigkeit schützt. Sie behandelt aber keine Pilz- oder Bakterieninfektion. Bei Pusteln, nässenden Stellen, roten Punkten am Rand oder fehlender Besserung solltest du ärztlich abklären lassen, welche Behandlung nötig ist.

So oft wie nötig, damit die Haut möglichst kurz mit Urin und Stuhl in Kontakt ist. Als grobe Orientierung nennen Kinderärztinnen und Kinderärzte bei Neugeborenen etwa alle zwei Stunden, später alle drei bis vier Stunden. Bei einem wunden Po darf es öfter sein, und nach dem Stuhlgang wechselst du am besten sofort.

Wenn die Haut nach zwei bis drei Tagen guter Pflege nicht besser wird oder schlechter wird, bei offenen, nässenden oder blutenden Stellen, bei Bläschen, Pusteln oder Eiter, bei Ausbreitung über den Windelbereich hinaus und bei Fieber. Bei Babys unter drei Monaten sollte eine Temperatur ab 38,0 °C immer umgehend ärztlich abgeklärt werden.

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