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Mädchen wickeln: richtige Wischrichtung und sanfte Pflege

DVDavid van der Velden14 Min. Lesezeit
Mädchen wickeln: richtige Wischrichtung und sanfte Pflege

Wie wickelt man ein Baby-Mädchen richtig?

Die erste volle Windel, das Baby strampelt, und plötzlich fragst du dich: Wie mache ich das da unten eigentlich sauber, ohne etwas falsch zu machen? Diese Unsicherheit kennen fast alle Eltern einer Tochter. Die gute Nachricht vorweg: Mädchen wickeln ist keine Kunst. Ein paar Grundregeln reichen.

Die kurze Antwort: Beim Wickeln eines Mädchens wischst du immer von vorne nach hinten, also vom Schambereich weg in Richtung Po. So gelangen Keime aus dem Stuhl nicht so leicht zur Harnröhrenöffnung und zum Scheideneingang. Du reinigst nur den äußeren Intimbereich, sanft und ohne Reiben. In die Scheide selbst steckst du nichts: kein Feuchttuch, kein Wattestäbchen, keinen Finger. Lauwarmes Wasser oder ein geeignetes Babyfeuchttuch, eine frische Windel in der passenden Größe und bei Bedarf etwas Wundschutzcreme genügen in den allermeisten Fällen.

Wie das im Alltag genau aussieht, was du bei Stuhl zwischen den Schamlippen tust und wann ein Blick vom Kinderarzt sinnvoll ist, erfährst du hier Schritt für Schritt.

Warum ist die richtige Wischrichtung bei Mädchen so wichtig?

Der Grund liegt in der Anatomie. Bei Mädchen liegen drei Öffnungen sehr nah beieinander: ganz vorne die Harnröhrenöffnung, dahinter der Scheideneingang und ein Stück weiter hinten der After.

Der gesamte äußere Intimbereich heißt Vulva. Dazu gehören die äußeren (großen) und die inneren (kleinen) Schamlippen, die den Scheideneingang und die Harnröhrenöffnung schützen. Bei Neugeborenen wirken die Schamlippen oft etwas geschwollen. Das hängt mit den Hormonen der Mutter zusammen und gibt sich in den ersten Wochen von selbst.

Im Stuhl leben natürlicherweise viele Darmbakterien. Für den Darm sind sie völlig normal, an der Harnröhre oder am Scheideneingang haben sie aber nichts verloren. Wischst du von hinten nach vorne, schiebst du sie genau dorthin. Wischst du von vorne nach hinten, bewegst du sie vom empfindlichen Bereich weg. Der NHS empfiehlt genau das: Mädchen von vorne nach hinten reinigen, damit keine Keime in die Scheide gelangen.

Von vorne nach hinten wischen: was bedeutet das genau?

Du setzt mit dem Tuch oben am Schambereich an und ziehst es in einer ruhigen Bewegung nach unten Richtung Po. Danach ist dieser Teil des Tuchs benutzt. Für den nächsten Wisch nimmst du eine saubere Stelle oder ein frisches Tuch.

Wichtig ist vor allem, was du nicht tust: Stuhl aus der Pofalte nie nach vorne zur Vulva ziehen, und nicht mit derselben Stelle des Tuchs mehrmals hin- und herwischen. Ein Tuch, eine Richtung, dann ein neues.

Kann falsches Abwischen eine Harnwegsinfektion verursachen?

Keime vom Darm in Richtung Harnröhre zu bringen, ist ein möglicher Risikofaktor. Mehr aber auch nicht. Harnwegsinfekte bei Babys haben verschiedene Ursachen, und nicht jeder Infekt lässt sich auf die Wickeltechnik zurückführen.

Das heißt auch: Wenn dir einmal ein Wisch in die falsche Richtung passiert, ist das kein Grund zur Panik. Ein einzelner Ausrutscher führt nicht automatisch zu einer Entzündung. Umgekehrt schützt die richtige Wischrichtung nicht hundertprozentig. Sie ist eine sinnvolle Gewohnheit, die das Risiko verringern kann. Fieber, auffälliger Geruch des Urins oder ein Baby, das beim Wasserlassen weint, gehören in jedem Fall ärztlich abgeklärt.

Mädchen richtig wickeln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nach ein paar Tagen sitzen die Handgriffe. Bis dahin hilft dir diese Reihenfolge.

Schritt 1: Alles für den Windelwechsel vorbereiten

Leg dir alles griffbereit hin, bevor du dein Baby hinlegst:

  • eine frische Windel in der passenden Größe (bei Unsicherheit hilft die Windelgrößen-Tabelle)
  • eine kleine Schüssel mit lauwarmem Wasser und einen weichen, sauberen Waschlappen oder geeignete Babyfeuchttücher
  • eine saubere Wickelunterlage
  • ein weiches Handtuch oder Baumwolltuch zum Abtupfen
  • bei Bedarf eine Wundschutzcreme

Sicherheit zuerst: Lass dein Baby auf dem Wickeltisch nie allein, auch nicht für einen Moment. Eine Hand bleibt immer am Kind. Klingelt es an der Tür, nimmst du dein Baby mit oder legst es auf den Boden. Am sichersten wickelst du ohnehin auf einer Unterlage am Boden.

Schritt 2: Die schmutzige Windel vorsichtig öffnen

Öffne die Klebeverschlüsse und klapp das Vorderteil nach unten. So siehst du sofort, ob nur Urin drin ist oder auch Stuhl. Ist die Windel voll, kannst du mit dem sauberen Vorderteil der alten Windel schon einen Großteil des Stuhls von vorne nach hinten abstreifen.

Zum Anheben des Pos ziehst du dein Baby nicht an den Füßen oder Knöcheln hoch. Besser ist der hüftschonende Wickelgriff, den auch kindergesundheit-info.de zeigt: Du umfasst mit einer Hand den gegenüberliegenden Oberschenkel, beugst ihn sanft in der Hüfte, und das andere Bein liegt auf deinem Unterarm. So hebst du den Po leicht an, ohne Fuß- und Kniegelenke zu belasten. Alternativ drehst du dein Baby sanft zur Seite.

Schritt 3: Den Po und Intimbereich von vorne nach hinten reinigen

Jetzt kommt der wichtigste Teil. Feuchte das Tuch an und wische mit ruhigen, sanften Bewegungen:

  1. Beginne vorne am Schamhügel und wische nach unten Richtung Po.
  2. Entferne sichtbaren Urin und Stuhl von der Haut.
  3. Nimm für jeden Wisch eine frische Stelle des Tuchs oder ein neues Tuch.
  4. Reinige zum Schluss den Po und die Pofalte, wieder von vorne nach hinten.
  5. Vergiss die Hautfalten an den Oberschenkeln nicht, dort sammeln sich gern Reste.

Reibe nicht mehrmals über dieselbe Stelle. Babyhaut ist dünn und reagiert schnell auf Reibung.

Schritt 4: Die Schamlippen vorsichtig reinigen

Hier sind viele Eltern unsicher. Die Faustregel: Du reinigst nur, was du von außen sehen kannst.

Die Vulva, also der äußere Intimbereich mit den Schamlippen, darf sanft gesäubert werden. Der Scheideneingang dagegen ist die Öffnung zur Scheide, und die Scheide selbst reinigt sich von innen. Dort gehört nichts hinein.

Wenn Stuhl in die Falten zwischen den äußeren Schamlippen gerutscht ist, kannst du sie mit zwei Fingern ganz leicht auseinanderhalten und die Verschmutzung mit einem feuchten Tuch von vorne nach hinten auswischen. Dabei gilt:

  • Die Schamlippen nie mit Kraft auseinanderziehen.
  • Keine tiefe Reinigung und nichts in den Scheideneingang einführen, auch kein Wattestäbchen.
  • Weißlichen Belag oder Schleim, der zur normalen Neugeborenen-Absonderung gehört, nicht wegschrubben (mehr dazu weiter unten).

Schritt 5: Die Haut sanft trocknen lassen

Feuchtigkeit unter der Windel und Reibung sind zwei Hauptgründe für einen wunden Po. Tupfe die Haut mit einem weichen Tuch trocken, statt zu rubbeln. Denk dabei auch an die Hautfalten.

Wenn es warm genug im Zimmer ist, darf dein Baby ruhig ein paar Minuten ohne Windel strampeln. Die frische Luft tut der Haut gut.

Schritt 6: Bei Bedarf Wundschutzcreme verwenden

Auf gesunde, unauffällige Haut musst du nicht bei jedem Wechsel etwas auftragen. Ist die Haut leicht gerötet oder neigt dein Baby zu einem wunden Po, kann eine dünne Schicht Wundschutzcreme (Barrierecreme) helfen. Sie bildet einen Schutzfilm zwischen Haut und Feuchtigkeit.

Die Creme kommt auf den Po und die äußere Haut im Windelbereich, nicht in den Scheideneingang. Medizinische Cremes, etwa gegen Pilze, mit Kortison oder mit desinfizierenden Wirkstoffen, verwendest du nur nach Rücksprache mit Kinderarzt, Hebamme oder Apotheke.

Schritt 7: Eine frische Windel richtig anlegen

Schieb die frische Windel unter den Po, sodass der hintere Rand etwa auf Höhe der Taille liegt. Klapp das Vorderteil zwischen den Beinen hoch und schließ die Verschlüsse.

Achte darauf, dass

  • die Windel vorne und hinten ungefähr gleich hoch sitzt,
  • die Bündchen an den Beinen nach außen gestülpt sind, damit nichts ausläuft,
  • zwischen Bauch und Windel noch ein bis zwei Finger Platz haben,
  • nichts einschneidet oder rote Druckstellen hinterlässt.

Ausführlicher erklären wir das in unserer Anleitung Windel richtig anlegen. Wenn es trotzdem immer wieder an den Seiten nass wird, lohnt sich ein Blick in Windel läuft an den Beinen aus: Was hilft?

Zum Schluss: Hände waschen. Am besten, bevor du irgendetwas anderes anfasst.

Baby-Mädchen nach dem Stuhlgang richtig sauber machen

Nach einer vollen Windel brauchst du etwas mehr Geduld. Stuhl, besonders der weiche, fast flüssige Stuhl gestillter Babys, verteilt sich gern in alle Falten.

So gehst du vor:

  • Erst den groben Stuhl mit dem sauberen Teil der alten Windel abstreifen, von vorne nach hinten.
  • Dann mit mehreren frischen Tüchern oder Tuchabschnitten nacharbeiten. Lieber ein Tuch mehr nehmen als eins zu wenig.
  • Die Richtung beibehalten: immer vom Intimbereich weg zum Po.
  • Sanft wischen, nicht schrubben. Angetrocknete Reste lösen sich mit etwas mehr lauwarmem Wasser leichter als mit Druck.
  • Zum Schluss einmal genau hinschauen: Sind noch Reste in den Leistenfalten, an den äußeren Schamlippen oder in der Pofalte?

Was tun, wenn Stuhl zwischen die Schamlippen gelangt?

Das passiert häufiger, als man denkt, und ist kein Drama. Feuchte einen weichen Waschlappen oder ein Wattepad mit lauwarmem Wasser an. Halte die äußeren Schamlippen mit zwei Fingern ganz leicht auseinander und wische den sichtbaren Stuhl von vorne nach hinten heraus. Für jeden Wisch nimmst du eine saubere Stelle.

Du reinigst dabei nur, was du sanft erreichen kannst. In den Scheideneingang wischst du nicht hinein, und du spülst auch nichts hinein. Lässt sich ein Rest nur mit Kraft entfernen, sieht die Haut verletzt, stark gerötet oder geschwollen aus oder wirkt dein Baby dabei schmerzempfindlich, frag lieber deine Hebamme oder deinen Kinderarzt.

Baby-Mädchen nach einer nassen Windel reinigen: Ist Abwischen immer nötig?

Nicht jede Windel braucht die gleiche Reinigung. Nach Stuhl musst du gründlich sauber machen. Nach reinem Urin reicht oft deutlich weniger.

Ist die Windel nur nass und die Haut unauffällig, genügt meist ein kurzes, sanftes Abwischen von vorne nach hinten mit einem feuchten Tuch. Manche Eltern tupfen die Haut nur trocken. Beides ist in Ordnung.

Zu viel des Guten schadet eher. Wer bei jeder nassen Windel mehrmals mit Feuchttüchern über die Haut geht, reibt die empfindliche Haut unnötig auf. Gerade bei Babys, die schnell einen roten Po bekommen, ist weniger oft mehr. Wie viel Reinigung dein Kind braucht, merkst du schnell an seiner Haut. Bei Unsicherheit kann dir deine Hebamme eine Routine zeigen, die zu deinem Baby passt.

Wasser, Waschlappen oder Feuchttücher: was ist besser?

Eine Methode, die für jedes Baby die beste ist, gibt es nicht. Alle drei Varianten sind geeignet, wenn du sie sanft anwendest.

Reinigungsmethode Vorteile Worauf du achten solltest
Lauwarmes Wasser und weicher Waschlappen Einfache, sanfte Reinigung ohne zusätzliche kosmetische Inhaltsstoffe Sauberen Waschlappen verwenden und regelmäßig heiß waschen
Babyfeuchttücher Praktisch für unterwegs und schnelle Windelwechsel Inhaltsstoffe, Hautverträglichkeit und Verwendungszweck prüfen
Weiche Wattepads mit Wasser Sanfte Alternative, gut für kleine Falten Nicht fusselnde Produkte verwenden und vorsichtig reinigen

Gerade in den ersten Wochen greifen viele Hebammen zu lauwarmem Wasser. Feuchttücher sind trotzdem kein Tabu. Achte bei der Auswahl auf ein paar Punkte:

  • Das Produkt sollte ausdrücklich für Babyhaut und den Windelbereich gedacht sein.
  • Wenn du zusätzlichen Duft vermeiden möchtest, sind parfümfreie Varianten die naheliegende Wahl.
  • Alkoholhaltige Tücher können die Haut reizen, der NHS nennt sie als mögliche Ursache für Windelausschlag.
  • Ätherische Öle und „natürliche“ Duftstoffe sind nicht automatisch hautfreundlich. Auch sie können reizen.
  • Die Angabe „99 % Wasser“ klingt mild, sagt aber noch nichts über die Verträglichkeit des restlichen Anteils aus. Was dahintersteckt, erklären wir in Feuchttücher mit 99 % Wasser: Was bedeutet das wirklich?

Feuchttücher verwendest du nur äußerlich. Sie gehören nicht in den Scheideneingang. Und falls die Haut gereizt ist, ist ein Wechsel zu Wasser und Waschlappen oft einen Versuch wert.

Welche Pflegeprodukte braucht ein Baby-Mädchen im Intimbereich?

Erstaunlich wenige. Spezielle Intimwaschlotionen für Babys brauchst du in aller Regel nicht. Für die tägliche Pflege reichen:

  • lauwarmes Wasser,
  • ein weicher Waschlappen oder geeignete Babyfeuchttücher,
  • bei Bedarf eine Wundschutzcreme für den Po.

Seife, Schaumbad, parfümierte Lotionen und Puder solltest du im Windelbereich meiden. Laut NHS und Apotheken Umschau können vor allem Seife und häufiges Waschen mit Seife die Haut reizen und einen wunden Po begünstigen. Puder kann verklumpen und wird von Fachstellen im Windelbereich nicht empfohlen.

Auch hier noch einmal der wichtigste Punkt: Die Scheide braucht keine Reinigung von dir. Spülungen, Intimsprays oder Produkte, die man einführt, haben bei Babys nichts zu suchen.

Wenn du gerade die Grundausstattung zusammenstellst, findest du in unserer Checkliste zur Erstausstattung Pflege einen Überblick, was du wirklich brauchst.

Weißlicher Ausfluss oder Blutspuren bei Neugeborenen: was ist normal?

Viele Eltern erschrecken, wenn sie in den ersten Tagen weißlichen Schleim oder sogar etwas Blut in der Windel ihrer Tochter entdecken. Meist steckt etwas ganz Natürliches dahinter.

Während der Schwangerschaft gelangen Hormone der Mutter, vor allem Östrogen, über die Plazenta zum Baby. Nach der Geburt fällt dieser Hormonspiegel beim Kind rasch ab. Das kann bei neugeborenen Mädchen zwei Dinge auslösen:

  • Weißlicher oder milchiger Ausfluss aus der Scheide. Der NHS beschreibt ihn als häufig in den ersten Tagen nach der Geburt.
  • Eine leichte, rosafarbene oder blutige Absonderung, manchmal auch „Mini-Periode“ genannt. Laut MSD Manual kann eine solche geringe Blutung in den ersten ein bis zwei Lebenswochen auftreten.

Beides ist in der Regel harmlos und verschwindet von selbst.

Was du tun solltest: Wische nur das ab, was außen auf der Vulva liegt, sanft und von vorne nach hinten. Den weißen Belag zwischen den Schamlippen musst du nicht vollständig entfernen. Wer ihn wegrubbelt, reizt die Haut. Und auch hier gilt: keine Reinigung im Inneren der Scheide.

Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?

Nicht jede Blutung in der Windel ist automatisch die harmlose Hormonblutung. Lass dein Baby ärztlich ansehen, wenn

  • die Blutung länger als etwa zwei Wochen nach der Geburt anhält (das MSD Manual nennt diese Grenze ausdrücklich),
  • es mehr als ein paar Spuren sind oder die Blutung wiederkehrt,
  • Blutungen erst später auftreten, nach den ersten Lebenswochen,
  • der Ausfluss gelblich, grünlich oder übelriechend ist,
  • die Vulva deutlich gerötet, geschwollen oder schmerzempfindlich ist,
  • dein Baby Fieber hat, schlecht trinkt oder insgesamt krank wirkt.

Blut in der Windel kann übrigens auch von woanders kommen, etwa aus dem Darm oder von wunder Haut. Auch deshalb lohnt sich bei Unsicherheit der Anruf in der Kinderarztpraxis. Wenn du unsicher bist, ob es „noch normal“ ist, frag lieber einmal zu oft nach.

Rötungen, Wundsein und Windelausschlag bei Mädchen

Ein roter Po kommt bei fast allen Babys irgendwann vor, auch wenn du alles richtig machst. Fachleute sprechen von Windeldermatitis. Die Haut im Windelbereich ist gereizt, gerötet, manchmal heiß oder schmerzhaft.

Typische Auslöser sind:

  • langer Kontakt der Haut mit Urin oder Stuhl,
  • Feuchtigkeit und Wärme unter der Windel,
  • Reibung durch die Windel oder durch zu kräftiges Wischen,
  • Seife, Schaumbad oder alkoholhaltige Feuchttücher,
  • Durchfall oder veränderte Ernährung,
  • manchmal auch eine Infektion, zum Beispiel mit Hefepilzen.

Bei Mädchen kann die Rötung auch die äußeren Schamlippen betreffen, weil sie direkt im Windelbereich liegen.

Wie kann man Hautreizungen beim Wickeln vorbeugen?

Ganz verhindern lässt sich ein wunder Po nicht immer. Diese Gewohnheiten senken aber die Wahrscheinlichkeit:

  • Volle Windeln zügig wechseln, vor allem nach Stuhlgang.
  • Sanft reinigen, ohne Rubbeln, und nur so viel wie nötig.
  • Die Haut gut trocknen lassen, gern auch mit ein paar Minuten ohne Windel.
  • Eine passende Windel verwenden, die nicht scheuert und nicht zu eng sitzt.
  • Bei Neigung zu Rötungen eine dünne Schicht Wundschutzcreme auftragen.

Auch nachts lohnt sich ein Blick in die Windel. Der BVKJ weist darauf hin, dass regelmäßiges Wechseln, gerade nachts, die beste Vorbeugung gegen einen wunden Po ist.

Wann sollte man mit Rötungen zum Kinderarzt?

Eine leichte Rötung bessert sich mit guter Pflege meist innerhalb weniger Tage. Der NHS nennt etwa drei Tage als Richtwert. Geh mit deinem Baby zum Kinderarzt, wenn

  • die Rötung nach einigen Tagen nicht besser wird oder sich ausbreitet,
  • Bläschen, Pusteln, offene oder nässende Stellen entstehen,
  • eine leuchtend rote Rötung mit kleinen Pünktchen in die Hautfalten zieht,
  • ungewöhnlicher Ausfluss, Schwellung oder starker Geruch dazukommen,
  • dein Baby Fieber hat oder krank wirkt.

Ob hinter einer Rötung ein Pilz oder Bakterien stecken, lässt sich am Aussehen allein nicht sicher sagen. Das sollte die Kinderärztin oder der Kinderarzt beurteilen, bevor eine spezielle Creme zum Einsatz kommt.

Häufige Fehler beim Wickeln von Mädchen

Niemand wickelt von Anfang an perfekt. Diese Punkte passieren besonders oft, und jeder lässt sich leicht ändern.

  1. Von hinten nach vorne wischen. Die Hand macht die Bewegung oft unbewusst. Setz das Tuch bewusst vorne an und zieh es nach hinten.
  2. Zu stark reiben oder schrubben. Babyhaut braucht keinen Druck. Lieber mit mehr Wasser und mehreren Tüchern arbeiten.
  3. Den Intimbereich unnötig intensiv reinigen. Nach einer nassen Windel reicht oft ein kurzes Abwischen. Mehr Reinigung bedeutet nicht mehr Hygiene.
  4. Aggressive oder stark parfümierte Produkte verwenden. Seife, Duftstoffe und Alkohol können die Haut reizen. Wasser oder milde, geeignete Tücher genügen.
  5. Die Haut dauerhaft feucht lassen. Vor dem Anlegen der neuen Windel kurz trocken tupfen oder etwas Luft dranlassen.
  6. Eine zu enge oder schlecht sitzende Windel verwenden. Sie scheuert und lässt keine Luft an die Haut. Prüfe regelmäßig, ob die Größe noch passt.
  7. Verschmutzte Windeln unnötig lange anlassen. Stuhl reizt die Haut besonders schnell. Nach dem großen Geschäft am besten bald wechseln.
  8. Normale Neugeborenen-Absonderungen gewaltsam entfernen. Weißer Belag zwischen den Schamlippen darf bleiben, solange kein Stuhl daran haftet.
  9. Das Baby unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch lassen. Auch Neugeborene können sich überraschend schnell bewegen. Eine Hand bleibt immer am Kind.

Wie oft sollte man ein Baby-Mädchen wickeln?

Eine feste Uhrzeit, die für alle Babys passt, gibt es nicht. Wie oft du wickelst, hängt von Alter, Trinkmenge, Stuhlgang und der Haut deines Kindes ab.

Neugeborene brauchen sehr häufig eine frische Windel, oft bei fast jeder Mahlzeit. Der NHS empfiehlt, die Windel möglichst bald nach Urin oder Stuhl zu wechseln, weil das einem wunden Po vorbeugen kann. Nach den ersten Wochen pendelt es sich bei vielen Familien auf etwa sechs bis acht Wechsel am Tag ein, wie eine Hebamme in der Apotheken Umschau berichtet. Das ist ein Erfahrungswert, keine Vorschrift.

Im Alltag helfen diese Orientierungspunkte:

  • Nach jedem Stuhlgang wickelst du zeitnah.
  • Nasse Windeln prüfst du regelmäßig, etwa vor oder nach dem Füttern.
  • Bei gereizter Haut oder Durchfall wechselst du häufiger.
  • Nachts musst du dein Baby nicht für jede nasse Windel wecken, eine volle Windel wechselst du aber.

Mit zunehmendem Alter werden die Abstände meist länger, weil die Blase mehr fasst und der Stuhlgang seltener wird.

Häufige Fragen

Immer von vorne nach hinten. Du setzt das Tuch am Schamhügel an und wischst in Richtung Po. Für jeden weiteren Wisch nimmst du eine saubere Stelle des Tuchs oder ein neues Tuch. So bewegst du Keime aus dem Stuhl vom empfindlichen Intimbereich weg und nicht zur Harnröhre oder zum Scheideneingang hin.

Harnröhrenöffnung, Scheideneingang und After liegen bei Mädchen sehr nah beieinander. Im Stuhl leben Darmbakterien, die an Harnröhre und Scheide nichts verloren haben. Wischst du von vorne nach hinten, verringerst du das Risiko, diese Keime nach vorne zu verschleppen. Ein hundertprozentiger Schutz vor Infekten ist das nicht, aber eine sinnvolle Gewohnheit.

Nur, wenn dort sichtbar Stuhl oder Schmutz haftet. Dann hältst du die äußeren Schamlippen ganz leicht auseinander und wischst die Verschmutzung sanft von vorne nach hinten heraus. Zieh sie nie mit Kraft auseinander und reinige nicht in der Scheide. Weißlichen Belag, der zur normalen Absonderung gehört, darfst du dort lassen.

Ja, wenn die Tücher für Babyhaut und den Windelbereich gedacht sind und du sie laut Anleitung verwendest. Nutze sie nur äußerlich, nie im Scheideneingang. Parfümfreie, alkoholfreie Varianten sind für empfindliche Haut oft die angenehmere Wahl. Reagiert die Haut gereizt, probier eine Zeit lang lauwarmes Wasser und einen weichen Waschlappen.

Ruhig bleiben, das passiert häufig. Feuchte ein weiches Tuch mit lauwarmem Wasser an, halte die äußeren Schamlippen sanft auseinander und wische den sichtbaren Stuhl von vorne nach hinten heraus. Nimm für jeden Wisch eine saubere Stelle. Was sich nur mit Kraft lösen lässt, oder eine Haut, die verletzt oder entzündet aussieht, zeigst du besser der Hebamme oder dem Kinderarzt.

In den ersten Tagen nach der Geburt ja, das ist häufig. Der Ausfluss entsteht durch die Hormone der Mutter, die nach der Geburt im Körper des Babys abgebaut werden. Er verschwindet von selbst. Auffällig wird es, wenn der Ausfluss gelblich oder grünlich ist, unangenehm riecht, länger anhält oder die Vulva gerötet und geschwollen ist. Dann bitte ärztlich abklären lassen.

Eine geringe, hormonbedingte Blutung kann in den ersten ein bis zwei Lebenswochen vorkommen und ist dann meist harmlos. Du solltest sie aber nicht automatisch als unbedenklich abtun. Hält die Blutung länger als etwa zwei Wochen an, ist sie stärker, kehrt sie wieder oder tritt sie erst später auf, gehört dein Baby zum Kinderarzt. Das gilt auch bei Fieber oder wenn dein Baby krank wirkt.

In der Regel nicht. Lauwarmes Wasser, ein weicher Waschlappen oder geeignete Babyfeuchttücher und bei Bedarf eine Wundschutzcreme reichen aus. Seife, Duftstoffe, Intimwaschlotionen und Puder brauchst du im Windelbereich nicht. Sie können die empfindliche Haut sogar reizen. Die Scheide reinigt sich selbst und braucht keine Pflegeprodukte.

Ganz verhindern lassen sie sich nicht immer, aber du kannst viel tun. Wechsle volle Windeln zügig, reinige sanft und ohne Rubbeln, lass die Haut gut trocknen und gönn deinem Baby ab und zu Zeit ohne Windel. Eine gut sitzende Windel und bei Neigung zu Rötungen eine dünne Schicht Wundschutzcreme helfen zusätzlich.

Wenn eine Rötung nach einigen Tagen nicht besser wird, wenn Bläschen, offene Stellen oder Schwellungen auftreten, bei ungewöhnlichem oder übelriechendem Ausfluss, bei Blutungen jenseits der ersten zwei Lebenswochen sowie bei Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen oder einem Baby, das schlecht trinkt oder krank wirkt. Im Zweifel lieber anrufen.

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