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Erstausstattung Pflege: Checkliste für die ersten Wochen

DVDavid van der Velden15 Min. Lesezeit
Erstausstattung Pflege: Checkliste für die ersten Wochen

Du stehst im Drogeriemarkt, vor dir ein Regal voller Lotionen, Öle, Pflegesets und Spezialprodukte – und überall steht „unverzichtbar fürs Neugeborene“.

Kein Wunder, dass die Erstausstattung Pflege viele werdende Eltern verunsichert.

Die gute Nachricht vorweg: Ein Neugeborenes braucht deutlich weniger Pflegeprodukte, als viele Checklisten vermuten lassen. Für die ersten Wochen reicht in der Regel diese kleine Grundausstattung:

  • Windeln in Newborn-Größe
  • weiche Waschlappen oder milde, parfümfreie Feuchttücher
  • eine stabile, abwischbare Wickelunterlage
  • ein bis zwei weiche Handtücher
  • ein digitales Fieberthermometer
  • bei Bedarf eine Wundschutzcreme und eine schlichte, duftstofffreie Pflegecreme
  • eine abgerundete Baby-Nagelschere oder ein Babynagelknipser
  • ein Korb oder eine Kiste, damit alles griffbereit liegt

Klares Wasser ist dabei das wichtigste Pflegemittel. Alles Weitere kannst du kaufen, wenn dein Baby da ist und du siehst, was es tatsächlich braucht. Diese Checkliste hilft dir, vor der Geburt das Richtige vorzubereiten – und in den ersten Wochen schnell nachzuschlagen.

Was gehört zur Pflege-Erstausstattung für ein Neugeborenes?

Zur Pflege-Erstausstattung gehört alles, was du für Wickeln, Waschen, Baden und die einfache Gesundheitsvorsorge brauchst. Kleidung, Fläschchen und Möbel sind ein eigenes Thema. Hilfreich ist es, die Produkte in drei Gruppen zu denken: Grundausstattung, sinnvolle Extras und Dinge, die warten können.

Kategorie Was du brauchst Wie wichtig ist es?
Wickeln Newborn-Windeln, weiche Tücher, geeignete Wickelunterlage Grundausstattung
Hautpflege Wenige, milde Pflegeprodukte nach Bedarf Je nach Bedarf
Baden Weiches Handtuch, geeignete Waschmöglichkeit Grundausstattung in einfacher Form
Gesundheit Digitales Fieberthermometer Sinnvoll für die Grundausstattung
Nagelpflege Abgerundete Baby-Nagelschere oder Babynagelknipser Optional, aber praktisch
Organisation Kleiner Korb für Pflegeprodukte Optional

Warum so wenig? Babyhaut ist dünner und empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Jedes zusätzliche Produkt bringt neue Inhaltsstoffe mit, auf die sie reagieren kann. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) fasst es auf kindergesundheit-info.de knapp zusammen: Bei der Babypflege ist weniger oft mehr, und klares Wasser bekommt der Babyhaut meist am besten.

Optional heißt dabei nicht überflüssig. Ein Pflegekorb oder eine Babybadewanne können den Alltag spürbar erleichtern. Sie sind nur kein Muss, damit dein Baby gut versorgt ist.

Checkliste 1: Alles zum Wickeln

Wickeln wird in den ersten Wochen zu deiner häufigsten Pflegeroutine, tagsüber wie nachts. Ein gut vorbereiteter Wickelplatz spart dir deshalb jeden Tag Zeit und Nerven.

Windeln in der passenden Größe

Für den Start brauchst du Windeln in Newborn-Größe beziehungsweise Größe 1. Welche Größe passt, hängt vor allem vom Gewicht deines Babys ab – und das kennst du vor der Geburt nur ungefähr.

Die Gewichtsangaben auf der Packung sind ein guter Startpunkt, aber keine Garantie. Jeder Hersteller schneidet seine Windeln etwas anders. Manche Babys wachsen zudem schnell aus der kleinsten Größe heraus. Kaufe daher zunächst nur ein bis zwei Packungen und beobachte, wie die Windel sitzt.

Welche Größe zu welchem Gewicht passt, zeigt die Windelgrößen-Tabelle. Wie du die Windel richtig schließt, erklärt die Anleitung Windel richtig anlegen.

Feuchte Waschlappen oder Babyfeuchttücher

Zu Hause reichen handwarmes Wasser und ein weicher Waschlappen für die Reinigung des Windelbereichs völlig aus. Das BIÖG empfiehlt Wasser als Grundlage und Feuchttücher eher für unterwegs. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt dagegen auch milde Tücher ohne Duftstoffe und Alkohol als gute Option.

Beide Wege können also passen. Wenn du Feuchttücher nutzt, wähle parfümfreie und alkoholfreie Produkte, die für Neugeborene ausgewiesen sind. Rötet sich die Haut oder brennt sie beim Abwischen, setze das Produkt ab und reinige vorübergehend nur mit Wasser. Ausführlich verglichen werden beide Methoden im Beitrag Feuchttücher oder Wasser und Waschlappen.

Wickelunterlage

Eine stabile, abwischbare Wickelunterlage macht das Wickeln hygienischer und bequemer. Sie sollte rutschfest liegen und sich leicht reinigen lassen. Ein bis zwei waschbare Bezüge oder Tücher darauf sorgen dafür, dass dein Baby nicht auf kaltem Kunststoff liegt.

Wichtig: Lass dein Baby auf einer erhöhten Wickelfläche nie allein, auch nicht für einen kurzen Moment. Neugeborene drehen sich zwar noch nicht gezielt, können sich aber unerwartet abstoßen. Behalte immer eine Hand am Baby.

Wundschutzcreme

Bei gesunder Haut ist im Windelbereich laut BIÖG in der Regel keine Creme nötig. Eine Tube Wundschutzcreme, etwa mit Zink, ist trotzdem gut im Haus zu haben. Rötet sich der Po, schützt eine dünne Schicht die gereizte Haut vor Feuchtigkeit.

Eine Creme kann das Risiko für einen wunden Po verringern, verhindert ihn aber nicht in jedem Fall. Mindestens genauso wichtig sind häufiges Wickeln, sanftes Reinigen, gründliches Trocknen und ab und zu etwas Zeit ohne Windel. Mehrere Cremes übereinander braucht es nicht.

Aufbewahrung für Wickelutensilien

Lege alles bereit, bevor du dein Baby auf die Wickelunterlage legst. So musst du dich nicht wegdrehen oder weggehen, um etwas zu holen. Ein kleiner Korb oder eine offene Kiste neben der Wickelfläche reicht dafür völlig aus.

Kurz-Checkliste Wickeln vor der Geburt:

  • 1–2 Packungen Newborn-Windeln
  • Weiche Waschlappen (z. B. 8–10 Stück) und/oder 1 Packung milde, parfümfreie Feuchttücher
  • Wickelunterlage mit 1–2 waschbaren Bezügen
  • Kleine Schüssel für warmes Wasser
  • Wundschutzcreme für den Bedarfsfall
  • Windeleimer oder Beutel für benutzte Windeln
  • Ersatzbody und Spucktücher in Griffweite

Checkliste 2: Sanfte Hautpflege für die ersten Wochen

Neugeborenenhaut ist zart, aber gesunde Babyhaut braucht in den ersten Wochen keine aufwendige Pflegeroutine. Ziel ist es, sie sauber und trocken zu halten und sie nicht mit unnötigen Produkten zu belasten.

Milde Reinigung

In den ersten Lebenswochen reicht für Gesicht, Körper und Hautfalten meist klares, warmes Wasser. Der NHS rät im ersten Lebensmonat ausdrücklich dazu, auf flüssige Reinigungsmittel zu verzichten.

Wird dein Baby mit der Zeit aktiver oder gibt es klebrige Stellen, kann ein mildes, für Babys entwickeltes Reinigungsprodukt sinnvoll werden. Ein einziges Produkt für Haut und Haar genügt. Verzichte auf klassische Seife, Schaumbad und stark parfümierte Produkte. Für jede Körperstelle einen eigenen Reiniger braucht dein Baby nicht.

Babycreme oder Feuchtigkeitscreme

Gesunde Babyhaut muss nicht täglich eingecremt werden. Eine schlichte, duftstofffreie Pflegecreme oder Lotion für Babys kann aber helfen, wenn einzelne Stellen trocken werden. Achte darauf, dass das Produkt für Neugeborene ausgewiesen ist, und beginne mit einer kleinen Menge.

In den ersten Tagen schält sich die Haut vieler Neugeborener leicht. Das ist häufig normal und vergeht meist von selbst. Wird die Haut dagegen deutlich rot, rissig, nässend oder juckt sie anhaltend, gehört das in die Kinderarztpraxis und nicht in die Cremeschublade.

Pflege bei trockener Haut

Bei leicht trockener Haut helfen oft schon kleine Anpassungen:

  • Bade dein Baby kurz und nicht zu häufig.
  • Nutze körperwarmes, nicht heißes Wasser.
  • Tupfe die Haut nach dem Waschen trocken, statt zu reiben – auch in den Hautfalten.
  • Trage bei Bedarf eine dünne Schicht milder Pflegecreme auf.

Bleibt die Trockenheit trotzdem bestehen, kommen Rötungen oder Juckreiz dazu oder breitet sie sich aus, lass die Haut ärztlich ansehen. Hintergründe findest du im Beitrag Trockene Haut beim Baby. Woran sich Neurodermitis von gewöhnlich trockener Haut unterscheiden kann, erklärt der Artikel Neurodermitis-Anzeichen bei Babys erkennen.

Pflege empfindlicher Haut

Bei empfindlicher Haut gilt erst recht: so einfach wie möglich. Führe neue Produkte einzeln ein und warte ein paar Tage, bevor du das nächste ausprobierst. So erkennst du, ob ein bestimmtes Produkt die Haut reizt.

Begriffe wie „natürlich“, „bio“ oder „sensitiv“ sind übrigens keine Garantie dafür, dass ein Produkt jedem Baby bekommt. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können die Haut reizen. Ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffliste und die Reaktion der Haut deines Babys sagen mehr als jedes Etikett.

Checkliste 3: Baden und Waschen

Fürs Baden in den ersten Wochen brauchst du vor allem warmes Wasser, einen sicheren Platz und ein weiches Handtuch. Badezusätze, Öle und Spezialzubehör sind dafür nicht nötig.

Babybadewanne oder alternative Waschmöglichkeit

Eine Babybadewanne ist praktisch: Sie braucht wenig Wasser, steht stabil und lässt sich gut handhaben. Ein Muss ist sie nicht. Der NHS nennt als Alternativen zum Beispiel eine saubere, ausreichend große Schüssel oder das Waschbecken. Manche Hebammen empfehlen für die ersten Wochen auch einen Badeeimer.

Egal wofür du dich entscheidest: Die Lösung muss stabil stehen, sauber sein und dir erlauben, dein Baby jederzeit sicher zu halten. Hast du kaum Platz, kannst du in den ersten Wochen ohnehin viel mit der sogenannten Katzenwäsche erledigen.

Weiche Waschlappen

Mit einem weichen Waschlappen und warmem Wasser reinigst du Gesicht, Halsfalten, Hände, Achseln und Windelbereich. Nutze für den Po einen eigenen Lappen und wechsle ihn täglich. Für die Augen eignen sich feuchte Wattepads – für jedes Auge ein frisches.

Handtuch mit Kapuze oder normales weiches Handtuch

Ein Kapuzenhandtuch hält den Kopf nach dem Bad schön warm. Ein großes, weiches Handtuch, das du vorher anwärmst, erfüllt denselben Zweck. Plane zwei Handtücher ein, damit immer eines trocken ist.

Badethermometer

Das Badewasser sollte körperwarm sein. Deutsche Elternratgeber nennen meist etwa 36 bis 37 °C. Ein Badethermometer gibt dir gerade am Anfang Sicherheit, ist aber kein Muss. Alternativ prüfst du das Wasser mit dem Ellenbogen: Es sollte sich weder warm noch kühl anfühlen, sondern etwa wie deine eigene Haut.

Lass zuerst kaltes, dann warmes Wasser ein und mische es gut durch, damit keine heißen Stellen entstehen. Der NHS empfiehlt eine Wassertiefe von etwa 8 bis 10 Zentimetern.

Wie oft muss ein Neugeborenes gebadet werden?

Ein tägliches Vollbad ist für Neugeborene nicht nötig. In den ersten Wochen reichen meist zwei bis drei Bäder pro Woche, viele Familien baden sogar seltener. Ein Bad darf kurz sein: Wenige Minuten genügen. Zu häufiges oder langes Baden kann die Haut austrocknen.

Solange der Nabelschnurrest nicht abgefallen und der Nabel nicht verheilt ist, raten Hebammen meist von einem Vollbad ab. Bis dahin – und zwischen den Bädern – reicht die Katzenwäsche: Du reinigst Gesicht, Hals, Hände und Windelbereich mit Waschlappen und warmem Wasser, während dein Baby eingewickelt auf der Wickelunterlage liegt. Mehr zu Häufigkeit, Temperatur und Ablauf findest du im Ratgeber Baby baden: Wie oft, wie warm, wie lange?

Sicher baden – die wichtigsten Regeln:

  • Lege alles bereit, bevor dein Baby ins Wasser kommt: Handtuch, frische Windel, Kleidung.
  • Bleib immer in Armlänge bei deinem Baby und halte es mit einer Hand sicher.
  • Lass dein Baby nie allein im Wasser, auch nicht für wenige Sekunden. Klingelt es an der Tür, nimm dein Baby mit.
  • Nutze eine stabile, rutschfeste Badelösung. Badesitze ersetzen niemals deine Hand.
  • Sorge für einen angenehm warmen Raum (häufig empfohlen: etwa 22 bis 24 °C) und packe dein Baby nach dem Bad zügig ein, ohne es zu überhitzen.

Checkliste 4: Gesundheit und kleine Pflegehelfer

Neben Wickel- und Badesachen gehören nur wenige Pflegehelfer in die Erstausstattung. Das wichtigste davon ist ein zuverlässiges Fieberthermometer.

Digitales Fieberthermometer

Ein digitales Fieberthermometer sollte schon vor der Geburt im Haus sein. Bei Babys wird die Temperatur am genauesten im Po (rektal) gemessen; Ohr- und Stirnthermometer gelten bei Säuglingen unter drei Monaten als weniger zuverlässig. Folge der Gebrauchsanweisung und lass dir das Messen im Zweifel von deiner Hebamme zeigen.

Bei Säuglingen bis drei Monate spricht man laut gesund.bund.de bereits ab 38 °C von Fieber. Ein Neugeborenes mit Fieber sollte immer zeitnah ärztlich untersucht werden. Das gilt auch, wenn dein Baby schlecht trinkt, ungewöhnlich schläfrig wirkt oder dir sonst krank vorkommt – unabhängig vom Thermometer.

Baby-Nagelschere oder Nagelknipser

Babynägel sind anfangs oft weich und liegen eng an der Fingerkuppe an. Laut BIÖG müssen sie in den ersten vier bis sechs Wochen meist noch nicht geschnitten werden, außer dein Baby kratzt sich im Gesicht. Einen festen Rhythmus gibt es nicht.

Wenn du schneidest, nimm eine Babyschere mit abgerundeten Spitzen oder einen Babynagelknipser. Drücke die Fingerkuppe leicht zurück und schneide nicht zu tief. Viele Eltern finden es leichter, wenn das Baby schläft.

Nasenpflege

Ein Schrank voller Nasenprodukte ist nicht nötig. Das Innere der Nase lässt du am besten in Ruhe. Ist der Naseneingang verkrustet, kannst du ihn mit einem zusammengedrehten Zipfel eines feuchten Tuchs vorsichtig säubern. Wattestäbchen oder andere Gegenstände gehören nicht in die Nase deines Babys.

Ist die Nase so verstopft, dass dein Baby schlecht atmet oder kaum trinken kann, sprich mit deiner Kinderarztpraxis oder Apotheke. Dort bekommst du Rat zu altersgerechten Mitteln.

Pflege der Ohren und Augen

Bei den Ohren reinigst du nur, was du sehen kannst: Ohrmuschel und die Haut hinter dem Ohr, mit einem weichen, feuchten Tuch. Wattestäbchen haben im Gehörgang nichts zu suchen.

Die Augen wischst du bei Bedarf mit einem feuchten Wattepad sanft aus, für jedes Auge ein neues. Besondere Augenprodukte brauchst du nicht. Bei anhaltendem Augenausfluss, geröteten oder verklebten Augen sollte eine Ärztin oder ein Arzt draufschauen.

Was braucht man für die Babypflege wirklich – und was kann warten?

Wirklich nötig sind für die Babypflege vor allem Windeln, weiche Tücher, ein sicherer Wickelplatz, ein Handtuch und ein Thermometer. Vieles andere ist praktisch, aber nicht für jede Familie sinnvoll. Diese Einteilung hilft dir beim Sortieren:

Unverzichtbar oder sehr sinnvoll:

  • ein kleiner Vorrat an Newborn-Windeln
  • weiche Waschlappen oder geeignete, milde Feuchttücher
  • ein sicherer, abwischbarer Wickelplatz
  • ein bis zwei weiche Handtücher
  • ein digitales Fieberthermometer
  • einige Bodys, Spucktücher und saubere Tücher zum Wechseln

Praktisch, aber nicht für jede Familie notwendig:

  • eine Babybadewanne
  • ein Kapuzenhandtuch
  • ein Wickelkorb oder Organizer
  • ein Baby-Nagelpflegeset
  • eine eigene Wickelkommode, wenn es bereits eine sichere Alternative gibt

Meist nicht sofort nötig:

  • große Pflegesets mit vielen Einzelprodukten
  • mehrere Lotionen, Öle und parfümierte Produkte
  • verschiedene Produkte für denselben Zweck
  • große Vorräte einer einzigen Windelgröße
  • Spezialgeräte, die kein konkretes Problem lösen

Sieh diese Liste als Orientierung, nicht als feste Regel. Eine Familie mit Altbauwohnung und kleinem Bad trifft andere Entscheidungen als eine Familie mit viel Platz. Beides ist in Ordnung.

Wie viele Pflegeprodukte und Windeln sollte man vor der Geburt kaufen?

Kaufe vor der Geburt einen Vorrat für etwa die ersten ein bis zwei Wochen und ergänze dann gezielt. So vermeidest du Fehlkäufe, falls dein Baby größer oder kleiner zur Welt kommt als erwartet oder eine Windel nicht gut sitzt.

Darauf kannst du beim Einkauf achten:

  • Klein starten: Ein bis zwei Packungen Newborn-Windeln reichen für den Anfang.
  • Keine Großvorräte einer Größe: Manche Babys passen nur wenige Wochen in die kleinste Größe.
  • Wenige Pflegeprodukte: Eine Wundschutzcreme und höchstens eine milde Pflegecreme genügen.
  • Eignung prüfen: Ist das Produkt für Neugeborene ausgewiesen? Enthält es Duftstoffe oder Alkohol?
  • Platz und Budget bedenken: Drogerien und Onlineshops liefern schnell nach.
  • Rückgabebedingungen checken: Vor allem bei großen Windelpacks lohnt sich ein Blick darauf.

Beispiel-Einkaufsliste für den Start

Die Mengen beruhen auf einer groben Annahme von etwa 8 bis 10 Windelwechseln pro Tag in den ersten Wochen und darauf, dass du nach ein bis zwei Wochen nachkaufen kannst. Jedes Baby ist anders – passe die Zahlen an.

Produkt Startmenge (Richtwert) Hinweis
Newborn-Windeln 1–2 Packungen Nachkaufen, sobald du die Passform kennst
Waschlappen 8–10 Stück Täglich wechseln, für den Po eigene Lappen
Feuchttücher (optional) 1 Packung Parfüm- und alkoholfrei, v. a. für unterwegs
Wickelunterlage 1 Stück Plus 1–2 waschbare Bezüge
Wundschutzcreme 1 Tube Nur bei Rötung nötig
Milde Pflegecreme oder Lotion 1 Produkt, kleine Größe Nur bei trockener Haut
Handtücher 2 Stück Eines davon gern mit Kapuze
Digitales Fieberthermometer 1 Stück Für rektale Messung geeignet
Babynagelschere oder -knipser 1 Stück Abgerundete Spitzen

Die Pflege-Ecke zu Hause vorbereiten

Eine gute Pflege-Ecke ist sicher, warm und so organisiert, dass du beim Wickeln nichts suchen musst. Eine teure Wickelkommode ist dafür nicht nötig. Eine stabile Kommode mit Wickelaufsatz, ein fester Tisch in passender Höhe oder eine Unterlage auf dem Boden können ebenso gut funktionieren.

So richtest du den Platz ein:

  • Griffbereit: Windeln, Waschlappen, Wasserschüssel und frische Kleidung liegen in Reichweite – auf der Seite, auf der deine freie Hand ist.
  • Sicher verstaut: Cremes, Tuben und kleine Teile stehen außerhalb der Reichweite deines Babys.
  • Frisch und sauber: Ein Stapel sauberer Handtücher und Tücher liegt bereit, benutzte kommen direkt in einen Wäschekorb.
  • Angenehm warm: Der Raum sollte beim Wickeln und Baden nicht kalt sein. Überhitzen solltest du ihn aber auch nicht.
  • Vorher vorbereiten: Erst alles bereitlegen, dann dein Baby hinlegen.
  • Freie Fläche: Auf der Wickelfläche liegt nur, was du gerade brauchst.

Bei einem Wickelplatz am Boden kann dein Baby nicht herunterfallen. Für deinen Rücken ist eine erhöhte Fläche angenehmer. Wähle, was zu eurer Wohnung und deinem Körper passt.

Häufige Fehler bei der Pflege-Erstausstattung

Die meisten Fehler entstehen aus Fürsorge: Man möchte nichts vergessen. Fast alle lassen sich leicht vermeiden – und falls du schon zu viel gekauft hast, ist das kein Drama.

  • Zu viele Produkte vor der Geburt kaufen: Du weißt noch nicht, was dein Baby braucht. Starte klein.
  • Nach Werbebegriffen kaufen: „Natürlich“ oder „Premium“ sagen wenig darüber aus, ob ein Produkt zur Haut deines Babys passt.
  • Mehrere Pflegeprodukte ohne Grund verwenden: Jedes zusätzliche Produkt ist eine mögliche Reizquelle.
  • Zu viele Windeln in einer Größe horten: Babys wachsen schnell und unterschiedlich.
  • Eine Routine für alle erwarten: Was beim Baby der Freundin funktioniert, muss nicht zu deinem passen.
  • Erwachsenenprodukte verwenden: Duschgel, Bodylotion oder Sonnencreme für Erwachsene sind nicht für Neugeborenenhaut gedacht.
  • Das Baby beim Wickeln oder Baden kurz allein lassen: Ein Sturz oder ein Moment unter Wasser kann schwere Folgen haben.
  • Anhaltende Hautprobleme mit Kosmetik behandeln: Rötungen, die nicht verschwinden, nässende Stellen oder Pusteln gehören in ärztliche Hände.

Auch talkumhaltigen Babypuder solltest du meiden: Das BIÖG weist darauf hin, dass eingeatmeter Puder die Atemwege schädigen kann.

Fazit: Die richtige Pflege-Erstausstattung muss nicht umfangreich sein

Die Erstausstattung Pflege fällt kleiner aus, als viele Regale und Checklisten vermuten lassen. Für einen guten Start zählt nicht die Menge der Produkte, sondern dass du die wichtigsten Dinge griffbereit hast und sicher damit umgehst.

  • Konzentriere dich auf das, was du täglich brauchst: Windeln, weiche Tücher, Wickelplatz, Handtuch, Thermometer.
  • Wähle wenige, milde und altersgerechte Pflegeprodukte.
  • Halte Wickel- und Badesachen geordnet und in Reichweite.
  • Lass dein Baby beim Wickeln und Baden nie allein.
  • Kaufe Neues erst, wenn ein echter Bedarf entsteht.
  • Hol dir ärztlichen Rat bei Fieber, anhaltenden Hautproblemen oder wenn dir etwas Sorgen macht.

Du musst vor der Geburt keine perfekte Sammlung zusammenstellen. Eine einfache, sichere und flexible Grundausstattung ist ein guter Anfang – den Rest lernst du gemeinsam mit deinem Baby.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Babypflege und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung. Wende dich bei Fragen zur Gesundheit deines Babys an deine Hebamme oder Kinderarztpraxis.

Häufige Fragen

Ein Neugeborenes braucht vor allem Windeln, weiche Waschlappen oder milde Feuchttücher, eine Wickelunterlage, ein weiches Handtuch und ein digitales Fieberthermometer. Eine Wundschutzcreme und eine schlichte, duftstofffreie Pflegecreme sind für den Bedarfsfall sinnvoll. Klares, warmes Wasser ist in den ersten Wochen das wichtigste Pflegemittel. Weitere Produkte kaufst du am besten erst, wenn ein konkreter Bedarf entsteht.

Nein. Ein komplettes Pflegeset ist meist nicht nötig. Viele Sets enthalten mehrere Produkte für ähnliche Zwecke, die ein Neugeborenes in den ersten Wochen nicht braucht. Sinnvoller ist es, einzelne Produkte gezielt auszuwählen. Ein Set kann trotzdem praktisch sein, etwa als Geschenk – Hauptsache, du führst die Produkte nach und nach ein und beobachtest die Haut.

Gesunde Babyhaut braucht nicht täglich Creme. Für trockene Stellen eignet sich eine schlichte, duftstofffreie Pflegecreme oder Lotion, die für Neugeborene ausgewiesen ist. Für den Windelbereich ist eine Wundschutzcreme, etwa mit Zink, sinnvoll, wenn die Haut gerötet ist. Bleiben Rötung oder Trockenheit trotz guter Pflege bestehen, frag in der Kinderarztpraxis nach.

Für den Start genügen meist ein bis zwei Packungen Newborn-Windeln. Neugeborene werden häufig gewickelt, wachsen aber auch schnell aus der kleinsten Größe heraus. Da Größen je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen, lohnt es sich, erst die Passform zu testen. Nachkaufen kannst du jederzeit, große Vorräte einer Größe können dagegen liegen bleiben.

Nein. Ein tägliches Vollbad ist bei Neugeborenen nicht nötig und kann die Haut austrocknen. In den ersten Wochen reichen meist zwei bis drei kurze Bäder pro Woche. Dazwischen genügt eine Katzenwäsche: Gesicht, Hals, Hände, Hautfalten und Windelbereich werden mit warmem Wasser und einem weichen Waschlappen gereinigt.

Nicht unbedingt. Eine Babybadewanne ist praktisch, weil sie wenig Wasser braucht, stabil steht und dein Baby gut darin liegt. Je nach Wohnung kann auch eine saubere, große Schüssel, ein Badeeimer oder das Waschbecken funktionieren. Wichtig ist, dass die Lösung stabil ist und du dein Baby jederzeit sicher halten kannst.

In die Wickeltasche gehören einige Windeln, Feuchttücher oder Waschlappen mit einer kleinen Wasserflasche, eine faltbare Wickelunterlage, ein bis zwei Garnituren Wechselkleidung, ein Spucktuch und ein dichter Beutel für benutzte Windeln und schmutzige Wäsche. Praktisch ist außerdem eine kleine Tube Wundschutzcreme.

Lass die Haut deines Babys ärztlich ansehen, wenn ein Ausschlag stärker wird, sich ausbreitet oder nach einigen Tagen guter Pflege nicht besser ist. Auch Bläschen, Pusteln, nässende oder blutende Stellen, ein geröteter oder nässender Nabel und Hautveränderungen mit Fieber oder Trinkschwäche gehören in die Kinderarztpraxis. Bei einem Neugeborenen gilt: lieber einmal mehr nachfragen.

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