1+1 gratis*Herbst-DealAuf alle Produkte und Sets*außer Geschenkbox

Kostenloser Versand ab 75 €

Dermatologisch getestet

14 Tage Widerrufsrecht

Bis zu 12 Stunden trocken, Tag und Nacht

Windeln

Was ist ein Superabsorber (SAP) in Windeln?

DVDavid van der Velden12 Min. Lesezeit
Was ist ein Superabsorber (SAP) in Windeln?

Du wechselst die Windel deines Babys. Sie ist schwer und prall, fühlt sich außen aber trocken an. Drückst du auf den Saugkern, ist er weich und leicht glibberig statt nass. Und manchmal kleben ein paar durchsichtige Kügelchen auf der Haut. Was ist da eigentlich passiert?

Ein Superabsorber (SAP, englisch „Superabsorbent Polymer“) ist ein stark wasseraufnehmendes Polymer, das im Saugkern vieler Einwegwindeln verwendet wird. Er nimmt Flüssigkeit auf und bindet sie in einer gelartigen Struktur. Dadurch kann die Windel Urin besser zurückhalten.

Wichtig ist: SAP ist ein Bestandteil des Saugkerns, nicht die ganze Windel. Wie gut eine Windel funktioniert, hängt auch von den anderen Schichten, der Verteilung der Flüssigkeit und der Passform ab.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie Superabsorber in Windeln arbeiten, woraus sie bestehen und was es mit den Gelkügelchen auf sich hat. Außerdem geht es um Sicherheit, Hautverträglichkeit und Umwelt. Der Artikel vermittelt allgemeine Material- und Produktinformationen. Eine Sicherheitsgarantie für jedes einzelne Windelprodukt kann er nicht geben.

Was ist ein Superabsorber (SAP)?

Der Begriff klingt technischer, als er ist. „Super“ steht für die besonders hohe Saugfähigkeit, „Absorber“ für ein Material, das etwas aufnimmt. SAP ist die Abkürzung für das englische „Superabsorbent Polymer“, auf Deutsch superabsorbierendes Polymer.

Ein Polymer ist ein sehr großes Molekül aus vielen kleinen, sich wiederholenden Bausteinen. Du kannst dir das wie eine lange Perlenkette vorstellen. Bei Superabsorbern sind viele solcher Ketten zusätzlich miteinander verbunden. Dadurch entsteht ein dreidimensionales Netz.

Dieses Netz macht den Unterschied. Es kann Wasser einlagern und dabei stark aufquellen, löst sich aber selbst nicht im Wasser auf. Fachleute beschreiben Superabsorber deshalb als Kunststoffe, die ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen und dabei ein sogenanntes Hydrogel bilden [1].

Wie viel genau, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Aufnahmemenge hängt vom konkreten Material und von der Flüssigkeit ab. In reinem Wasser ist sie deutlich höher als in salzhaltigem Urin. Ein EU-Forschungsprojekt nennt als Größenordnung etwa das 50-Fache des Eigengewichts bei Salzlösung bzw. Urin und mehr als das 300-Fache bei destilliertem Wasser [2]. Solche Werte sind Laborangaben, keine feste Eigenschaft jeder Windel.

Superabsorber stecken nicht nur in Babywindeln. Sie werden auch in Inkontinenzprodukten, Damenbinden und manchen Wundauflagen eingesetzt, also überall dort, wo Flüssigkeit sicher aufgenommen werden soll [1].

Wie funktioniert SAP in einer Windel?

Der Ablauf lässt sich in vier einfachen Schritten beschreiben.

1. Flüssigkeit gelangt in den Saugkern

Wenn dein Baby uriniert, trifft die Flüssigkeit zuerst auf die innere Schicht der Windel. Diese Schicht liegt an der Haut an und ist durchlässig. Der Urin wandert durch sie hindurch nach unten. Viele Windeln haben darunter eine Verteilungsschicht, die die Flüssigkeit in die Fläche leitet, damit sie sich nicht an einer Stelle staut.

2. Der Superabsorber nimmt Flüssigkeit auf

Im Saugkern trifft die Flüssigkeit auf die SAP-Körnchen. Im trockenen Zustand sind die Polymerketten eng zusammengerollt [3]. Kommt Flüssigkeit hinzu, zieht das Material Wasser in sein Inneres. Vereinfacht gesagt entsteht im Polymer ein Ungleichgewicht gelöster Teilchen. Das Wasser strömt hinein, um diesen Unterschied auszugleichen, und die Ketten entfalten sich. Das Körnchen quillt auf.

3. Es entsteht eine gelartige Struktur

Weil die Ketten miteinander vernetzt sind, zerfließt das Material nicht. Es wird weich, durchsichtig und gelartig. Genau das spürst du, wenn du eine volle Windel in der Hand hältst. Dieses Verhalten ist erwartbar und bedeutet nicht automatisch, dass die Windel beschädigt ist.

4. Die Windel hält Flüssigkeit zurück

Das Gel hält die Flüssigkeit im Saugkern fest, auch wenn dein Baby sich bewegt oder darauf sitzt. Hersteller betonen, dass SAP Flüssigkeit unter Druck deutlich besser festhält als zum Beispiel ein Schwamm [4]. So fühlt sich die Oberfläche trockener an.

Aber: Die Leistung der ganzen Windel hängt nicht nur am SAP. Ebenso wichtig sind die Verteilung der Flüssigkeit, der Aufbau des Saugkerns, die übrigen Materialien und vor allem die Passform. Wenn eine Windel an den Beinen oder am Rücken undicht ist, liegt das oft am Sitz und nicht am Saugkern. Mehr dazu findest du in unseren Ratgebern Windel läuft an den Beinen aus und Windel läuft am Rücken aus.

Woraus besteht der Superabsorber in Babywindeln?

In den meisten Einwegwindeln basiert der Superabsorber auf Natriumpolyacrylat [3][5]. Das ist ein Polymer, dessen Bausteine sich von der Acrylsäure ableiten. Ein Teil dieser Bausteine ist mit Natrium verbunden. Diese Struktur macht das Material besonders „wasserliebend“.

Drei Punkte helfen beim Verständnis:

  • Die Kettenstruktur: Lange Polymerketten bieten viele Stellen, an denen sich Wasser anlagern kann.
  • Die Vernetzung: Querverbindungen zwischen den Ketten sorgen dafür, dass das Material aufquillt, aber nicht zerfließt. Deshalb ist der Superabsorber selbst wasserunlöslich [6].
  • Die geladenen Teilchen: Die Natrium-Ionen im Polymer tragen dazu bei, dass Wasser hineingezogen wird. Salz in der Flüssigkeit schwächt diesen Effekt. Deshalb nimmt SAP weniger Urin als reines Wasser auf [7].

Wichtig ist der Unterschied zwischen dem fertigen Polymer und seinen Ausgangsstoffen. Bei der Herstellung werden unter anderem Acrylsäure, ein Neutralisationsmittel wie Natronlauge, Wasser und ein Vernetzer eingesetzt [3]. Im fertigen Produkt liegt aber ein festes, vernetztes Polymer vor, kein flüssiger Ausgangsstoff. Sicherheitsbewertungen achten deshalb gezielt darauf, wie viele Reste von Ausgangsstoffen im Material verbleiben dürfen [8].

Nicht jede Windel verwendet exakt dasselbe Material. Hersteller passen Körnchengröße, Vernetzung und Oberfläche an. Daher unterscheiden sich Saugtempo und Aufnahmeverhalten von Produkt zu Produkt. Genaue Rezepturen veröffentlichen die meisten Hersteller nicht.

Was ist der Unterschied zwischen SAP, Zellulose und dem Saugkern?

Eine Windel besteht aus mehreren Schichten, die zusammenarbeiten. Der Saugkern ist das Herzstück, und SAP ist eine Komponente darin. In vielen Windeln ist der Superabsorber mit Zellstoff gemischt. Manche sehr dünne Windeln kommen mit wenig oder ganz ohne Zellstofffasern im Kern aus.

Bestandteil Hauptfunktion
Innere Schicht Leitet Flüssigkeit in Richtung Saugkern und liegt an der Haut an
Superabsorber (SAP) Nimmt Flüssigkeit auf und bindet sie in einer gelartigen Struktur
Zellulosefasern, sofern vorhanden Unterstützen die Flüssigkeitsaufnahme und -verteilung
Äußere Schicht Hilft, Flüssigkeit im Inneren zu halten und Kleidung trocken zu halten
Elastische Bündchen und Verschlüsse Unterstützen den Sitz und helfen, seitliches Auslaufen zu reduzieren

Die Tabelle zeigt einen allgemeinen Überblick. Die genaue Konstruktion variiert je nach Produkt. Manche Windeln haben zusätzliche Schichten, etwa eine Verteilungsschicht oder einen Nässeindikator. Wie die Bestandteile bei unseren eigenen Produkten aufgebaut sind, siehst du auf der Seite der Moise Windeln.

Festzuhalten bleibt: SAP allein macht keine Windel trocken oder auslaufsicher. Erst das Zusammenspiel aller Schichten und eine gut sitzende Windel sorgen für zuverlässigen Schutz. Wie das Anlegen gelingt, erklärt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Windelanlegen.

Ist der Superabsorber in Windeln sicher für Babys?

Das ist die Frage, die Eltern am meisten beschäftigt. Die ehrliche Antwort hat zwei Seiten.

Zum einen ist Natriumpolyacrylat seit Jahrzehnten in Babywindeln im Einsatz und gut untersucht. Eine veröffentlichte Sicherheitsbewertung von Superabsorber-Windeln kam zu dem Ergebnis, dass die eingesetzten Materialien bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sicher sind [8]. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Clinical Pediatrics beschreibt, dass Windelmaterialien vor dem Einsatz nach anerkannten Prinzipien der Risikobewertung geprüft werden [9]. Ein Grund: Das vernetzte Polymer ist sehr groß und wird kaum über die Haut aufgenommen. Außerdem sitzt es im Saugkern und nicht direkt an der Haut.

Zum anderen hängt eine Sicherheitsbewertung immer vom konkreten Material ab. Dazu gehören die Qualität des fertigen Produkts, mögliche Verunreinigungen, die vorgesehene Verwendung und die Einhaltung relevanter Vorschriften. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich zum Beispiel mit unerwünschten Stoffen in Windeln befasst und stützt sich dabei auch auf solche Bewertungen [10].

Für dich als Elternteil heißt das: Bei einer seriösen, bestimmungsgemäß verwendeten Windel solltest du nicht allein aus der Anwesenheit von SAP auf eine Gefahr schließen. Gleichzeitig gilt kein Material für jede denkbare Situation als risikofrei. Das zeigt sich vor allem beim Verschlucken größerer Mengen (dazu gleich mehr).

Und die Haut? Rötungen im Windelbereich haben meist mehrere Ursachen: Feuchtigkeit, Reibung, Kontakt mit Urin und Stuhl, zu seltenes Wechseln oder eine schlecht sitzende Windel. Auch Duftstoffe oder Lotionen in manchen Produkten können eine Rolle spielen. Den Superabsorber solltest du deshalb nicht vorschnell als Ursache sehen. Hat dein Baby anhaltende, starke oder ungewöhnliche Hautprobleme, lass das bitte ärztlich abklären.

Was sind die Gelkügelchen in einer benutzten Windel?

Vielleicht hast du schon einmal kleine, durchsichtige oder glibberige Partikel auf der Haut deines Babys oder im Bett gefunden. In den meisten Fällen handelt es sich um aufgequollenen Superabsorber. Im trockenen Zustand sieht SAP aus wie feines, weißes Granulat, etwa wie Zucker. Nach der Flüssigkeitsaufnahme werden die Körnchen größer, weich und durchsichtig.

Dass einzelne Kügelchen nach außen gelangen, kann verschiedene Gründe haben:

  • Die Windel war sehr voll und das Material stark aufgequollen.
  • Die innere Schicht wurde an einer Stelle beschädigt, etwa durch Reißen oder starke Reibung.
  • Die Windel wurde sehr lange getragen.

Ein paar Gelkügelchen sind nicht automatisch ein Zeichen für einen gefährlichen Defekt. Eine stark beschädigte oder auseinanderfallende Windel solltest du aber nicht weiterverwenden.

Praktische Hinweise:

  • Entsorge die Windel nach dem Gebrauch zügig und sicher.
  • Verteile gelartige Rückstände nicht absichtlich auf der Haut.
  • Entferne Rückstände vorsichtig mit Wasser oder einem weichen Tuch, ohne stark zu reiben. Tipps zur sanften Reinigung findest du im Ratgeber Feuchttücher oder Wasser und Waschlappen.
  • Bei anhaltender Rötung oder ungewöhnlichen Beschwerden hol dir medizinischen Rat.

Wenn Material in den Mund oder die Augen gelangt: Hat dein Kind Windelinhalt verschluckt oder ist eine größere Menge in Mund oder Augen gelangt, ruf einen Giftnotruf (Giftinformationszentrum) an und lass dich zu deiner konkreten Situation beraten. Bei akuten Beschwerden wie Atemnot, Husten, Würgen oder Erbrechen wähle sofort den Notruf 112. Fachliteratur beschreibt, dass trockener Superabsorber beim Kontakt mit Speichel aufquellen und in größeren Mengen die Atemwege verlegen kann [11]. Bewahre Windeln deshalb außerhalb der Reichweite von Kleinkindern auf und lass dein Kind nicht mit aufgerissenen Windeln spielen.

Übrigens: Bunte Wasserperlen aus Spielzeug oder Deko bestehen ebenfalls aus superabsorbierenden Polymeren. Sie sind aber ein ganz anderes Produkt und für Kleinkinder als Fremdkörper gefährlich [12].

Kann SAP Flüssigkeit wieder abgeben?

Superabsorber binden Flüssigkeit sehr stark. Absolut und unter allen Bedingungen halten sie aber nicht jede Flüssigkeit für immer fest.

Mehrere Faktoren beeinflussen die Bindung:

  • Druck: Sitzt oder liegt dein Baby lange auf einer vollen Windel, wird der Saugkern zusammengedrückt.
  • Zusammensetzung der Flüssigkeit: Salzhaltiger Urin wird weniger stark gebunden als reines Wasser [7].
  • Füllmenge: Ist das Material gesättigt, kann es nichts mehr aufnehmen. Zusätzliche Flüssigkeit sucht sich dann einen anderen Weg.

Saugfähigkeit ist also nicht dasselbe wie unbegrenzte Kapazität. Eine Windel kann bei starker Belastung, etwa nachts, trotzdem auslaufen. Dann helfen häufigeres Wechseln, die passende Größe und ein guter Sitz. Ob die Größe noch stimmt, kannst du mit unserer Windelgrößen-Tabelle prüfen.

Sind Windeln mit Superabsorber umweltfreundlich?

Darauf gibt es keine einfache Ja-oder-Nein-Antwort. Eine Einwegwindel besteht aus vielen Materialien: Zellstoff, Vliesstoffen, Folien, elastischen Fäden, Klebstoffen und eben SAP. Der Superabsorber ist nur ein Teil davon.

Wer die Umweltwirkung ehrlich bewerten will, muss die ganze Windel und ihren Lebenszyklus betrachten:

  • Rohstoffe: Der klassische Superabsorber auf Acrylatbasis wird aus fossilen Rohstoffen hergestellt [13].
  • Herstellung und Transport: Energieverbrauch und Materialmenge spielen eine Rolle. Dünnere Windeln brauchen oft weniger Material und Platz.
  • Nutzung: Wie oft gewechselt wird, beeinflusst die Gesamtmenge.
  • Entsorgung: Gebrauchte Windeln landen in Deutschland im Restmüll und werden meist verbrannt.

Beim SAP selbst gibt es zwei bekannte Herausforderungen. Erstens ist klassisches Natriumpolyacrylat nicht biologisch abbaubar [2]. Zweitens lässt es sich bisher schwer recyceln. Forschende arbeiten an neuen Verfahren, etwa am Abbau durch UV-Licht, doch das ist noch nicht im Alltag angekommen [14]. Parallel entwickeln Unternehmen und EU-Projekte Superabsorber auf Basis von Stärke oder Zellulose [2].

Vorsicht bei Werbeversprechen: Auch viele Öko-Windeln enthalten noch einen Superabsorber auf Erdölbasis. Und Begriffe wie „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ sind oft irreführend, denn auch solche Windeln gehören nicht auf den Kompost oder in die Biotonne [15].

Die tatsächliche Umweltwirkung hängt also vom Produktdesign, vom Herstellungsverfahren und von der Entsorgung vor Ort ab. Pauschal „umweltfreundlich“ oder „umweltschädlich“ sind SAP-Windeln nicht.

Gibt es Windeln ohne Superabsorber?

Ja, Materialien und Saugkerne unterscheiden sich je nach Windeltyp. Stoffwindeln zum Beispiel arbeiten mit Einlagen aus Baumwolle, Hanf oder Mikrofaser. Bei Einwegwindeln, die ohne klassischen SAP auskommen sollen, lohnt ein genauer Blick auf die Herstellerangaben.

Wenn du SAP vermeiden möchtest:

  • Prüfe die Materialangaben auf der Verpackung oder der Herstellerseite.
  • Frag beim Hersteller nach, wenn die Angaben unklar sind.
  • Achte darauf, ob „ohne SAP“ wirklich den gesamten Saugkern meint.

Dabei gilt: „Ohne SAP“ heißt nicht automatisch „besser für die Haut“, „sicherer“ oder „umweltfreundlicher“. Materialien ohne Superabsorber nehmen Flüssigkeit oft anders auf, sodass sich die Haut feuchter anfühlen kann. Welches Windelsystem passt, hängt von Passform, Saugfähigkeit, Hautverträglichkeit, deinem Alltag und den Entsorgungsmöglichkeiten ab. Wann Windeln und wann Windelhöschen sinnvoll sind, erklärt unser Ratgeber Windelhöschen oder Windeln.

Häufige Missverständnisse über Superabsorber

„SAP ist dasselbe wie giftiges Gel.“ Nein. Im fertigen Produkt liegt ein vernetztes, festes Polymer vor, das in Sicherheitsbewertungen für den bestimmungsgemäßen Gebrauch geprüft wurde [8]. Das Wort „Gel“ beschreibt nur seinen Zustand nach der Flüssigkeitsaufnahme, nicht seine Gefährlichkeit.

„Je mehr SAP, desto besser die Windel.“ Nicht unbedingt. Entscheidend sind auch die Verteilung im Kern, die anderen Schichten, die Verarbeitung und die Passform. Zu viel aufquellendes Material an einer Stelle kann die Flüssigkeitsverteilung sogar behindern.

„Eine Windel mit SAP kann nicht auslaufen.“ Doch. Jede Windel kommt an ihre Grenzen, etwa bei hoher Füllmenge, Druck oder einem schlechten Sitz.

„Gelartige Partikel bedeuten, dass die Windel kaputt ist.“ Nicht automatisch. Aufgequollener SAP wird nach der Flüssigkeitsaufnahme gelartig. Ob die Windel tatsächlich beschädigt ist, siehst du an Rissen oder einer auseinanderfallenden Innenschicht.

„Windeln ohne SAP sind automatisch gesünder.“ Das lässt sich so nicht sagen. Es kommt auf die gesamte Materialzusammensetzung und die individuelle Verträglichkeit deines Babys an.

„SAP pflegt die Haut.“ Nein. SAP erfüllt eine Funktion im Saugkern, nämlich Flüssigkeit zu binden. Es ist keine Hautpflegezutat und ersetzt keine Pflege im Windelbereich.

Fazit: Warum Superabsorber in Windeln eingesetzt werden

Superabsorber sind der Grund, warum moderne Einwegwindeln so dünn sein und trotzdem viel Flüssigkeit aufnehmen können. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • SAP steht für „Superabsorbent Polymer“ und bezeichnet ein stark wasseraufnehmendes Polymer.
  • Es nimmt Flüssigkeit auf, quillt auf und bindet sie in einer gelartigen Struktur.
  • Es ist ein wichtiger Bestandteil vieler Einwegwindeln, aber nicht der einzige Faktor für ihre Saugfähigkeit.
  • Sicherheit und Umweltwirkung solltest du anhand des konkreten Produkts und seiner gesamten Materialzusammensetzung bewerten.
  • Bei Fragen zu Materialien helfen überprüfbare Herstellerangaben und zuverlässige Quellen.

Du möchtest mehr über Windeln, Passform und die Pflege empfindlicher Babyhaut erfahren? In unserem Magazin findest du weitere Ratgeber. Und wenn du sehen möchtest, wie der SAP-Kern in unseren eigenen Produkten aufgebaut ist, wirf einen Blick auf die Moise Windeln und Windelhöschen.

Häufige Fragen

SAP steht für „Superabsorbent Polymer“, auf Deutsch superabsorbierendes Polymer oder kurz Superabsorber. Gemeint ist ein Material im Saugkern vieler Einwegwindeln, das Flüssigkeit aufnimmt und als Gel bindet. Es ist ein Bestandteil des Saugkerns und nicht mit der ganzen Windel gleichzusetzen. Wie gut eine Windel schützt, hängt zusätzlich von den übrigen Schichten und der Passform ab.

In den meisten Babywindeln besteht der Superabsorber aus Natriumpolyacrylat. Das ist ein vernetztes Polymer, dessen Bausteine sich von der Acrylsäure ableiten. Durch die Vernetzung kann es viel Wasser einlagern, ohne sich aufzulösen. Im fertigen Produkt liegt ein festes Granulat vor, kein flüssiger Ausgangsstoff. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Hersteller.

Urin gelangt durch die innere Schicht in den Saugkern. Dort treffen die Flüssigkeit und die SAP-Körnchen aufeinander. Das Polymer zieht Wasser in sein Inneres, quillt auf und wird gelartig. So bleibt die Flüssigkeit im Kern, und die Oberfläche fühlt sich trockener an. Die übrigen Schichten und ein guter Sitz sind dabei genauso wichtig.

Natriumpolyacrylat wird seit Jahrzehnten in Windeln verwendet und wurde in veröffentlichten Sicherheitsbewertungen für den bestimmungsgemäßen Gebrauch als sicher eingestuft. Die Bewertung hängt aber immer vom konkreten Material, der Produktqualität und der Einhaltung von Vorschriften ab. Allein die Anwesenheit von SAP ist kein Grund zur Sorge. Verschlucken sollte dein Kind den Windelinhalt aber nicht.

Meist handelt es sich um aufgequollenen Superabsorber. Im trockenen Zustand ist SAP ein feines, weißes Granulat. Nach dem Kontakt mit Urin werden die Körnchen größer, weich und durchsichtig. Einzelne Kügelchen können bei sehr voller oder leicht beschädigter Windel nach außen gelangen. Das ist meist kein gefährlicher Defekt, eine kaputte Windel solltest du aber wechseln.

Allergische oder reizende Reaktionen auf den Superabsorber selbst gelten als selten, da das Polymer im Saugkern sitzt und kaum über die Haut aufgenommen wird. Rötungen im Windelbereich entstehen meist durch Feuchtigkeit, Reibung, Urin und Stuhl oder eine schlecht sitzende Windel. Bei anhaltenden oder starken Hautproblemen lass die Ursache bitte ärztlich abklären.

SAP bindet Flüssigkeit sehr stark, aber nicht unbegrenzt. Hoher Druck, salzhaltiger Urin und eine bereits gesättigte Windel können dazu führen, dass Flüssigkeit nicht mehr aufgenommen wird oder an die Oberfläche zurückkommt. Deshalb ist regelmäßiges Wechseln wichtig, besonders bei längeren Tragezeiten wie in der Nacht.

Nicht automatisch. Windeln ohne Superabsorber nutzen andere Materialien, die Flüssigkeit oft weniger stark binden. Die Haut kann sich dann feuchter anfühlen, und du musst eventuell häufiger wechseln. Ob ein Windelsystem für dein Baby passt, hängt von Passform, Saugfähigkeit, Hautverträglichkeit, deinem Alltag und der Entsorgung ab.

Klassischer Superabsorber auf Basis von Natriumpolyacrylat ist nicht biologisch abbaubar und schwer zu recyceln. Es gibt Forschung zu Alternativen aus Stärke oder Zellulose sowie zu neuen Recyclingverfahren. Sei vorsichtig bei Werbeversprechen: Auch als „biologisch abbaubar“ beworbene Windeln gehören in Deutschland nicht auf den Kompost oder in die Biotonne.

Ja. Superabsorber hat eine begrenzte Aufnahmekapazität. Häufige Ursachen für Auslaufen sind eine zu volle Windel, die falsche Größe, abstehende Beinbündchen oder ein zu lockerer Sitz. Prüfe beim Anlegen, ob die Bündchen nach außen zeigen und die Verschlüsse symmetrisch sitzen. Läuft die Windel oft aus, kann die nächste Größe helfen.

Entferne die Kügelchen vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder einem weichen Tuch, ohne zu reiben. Lass die Haut kurz trocknen und lege eine frische Windel an. Achte darauf, dass dein Baby kein Material in den Mund nimmt. Bei Rötungen, die nicht abklingen, oder ungewöhnlichen Beschwerden hol dir medizinischen Rat.

Gebrauchte Windeln gehören in Deutschland in den Restmüll, nicht in die Toilette, die Biotonne oder auf den Kompost. Grobe Stuhlreste kannst du vorher in die Toilette geben. Rolle die Windel zusammen, verschließe sie mit den Klebestreifen und entsorge sie außerhalb der Reichweite von Kindern. Prüfe im Zweifel die Hinweise deiner Kommune.

Wöchentliche Hauttipps, direkt in dein Postfach

Praktische Tipps für empfindliche Babyhaut, einmal pro Woche. Kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Die komplette Routine

Shop, was in diesem Artikel vorkommt

Alle Produkte ansehen →