Ist trockene Haut bei Babys normal? Ja, trockene Haut beim Baby kommt häufig vor und ist in vielen Fällen harmlos und vorübergehend. Babyhaut ist dünner und empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Trockene Heizungsluft, Kälte, häufiges Baden, zu warmes Wasser oder zu viele Pflegeprodukte können sie zusätzlich strapazieren. Oft helfen schon kleine Änderungen im Alltag.
Vielleicht kennst du das: Nach dem ersten richtig kalten Spaziergang im November sind die Wangen deines Babys rot und rau. Oder die Beinchen fühlen sich nach ein paar Badeabenden hintereinander plötzlich schuppig an. Das ist ein typisches Bild, und meistens lässt es sich mit sanfter Pflege gut in den Griff bekommen.
Gleichzeitig gilt: Nicht jede raue, rote oder schuppige Stelle ist einfach nur trockene Haut. Starker Juckreiz, deutliche Rötung, nässende oder offene Stellen können auf ein Ekzem oder eine andere Hauterkrankung hindeuten. Das lässt sich aus der Ferne nicht sicher einordnen, deshalb gehört so etwas in die Kinderarztpraxis.
In diesem Artikel erfährst du, woher trockene Babyhaut kommt, was wirklich hilft, worauf du bei Creme und Öl achten kannst und wann du ärztlichen Rat einholen solltest.
Warum hat mein Baby trockene Haut?
Kurz gesagt: Babyhaut ist noch in Entwicklung und verliert leichter Feuchtigkeit. Äußere Einflüsse wie trockene Raumluft, Kälte, Wind, häufiges oder heißes Baden und reizende Pflegeprodukte können die Hautbarriere zusätzlich belasten. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen. Eine einzelne Ursache, die für jedes Baby gilt, gibt es nicht.
Die häufigsten Auslöser im Überblick:
- Empfindliche Babyhaut: Die Haut deines Babys ist dünner und ihre Schutzfunktion ist noch nicht vollständig ausgereift. Sie reagiert deshalb schneller auf Reize von außen.
- Trockene Raumluft und Heizungsluft: Gerade im Herbst und Winter ist die Luft in geheizten Räumen oft trocken. Das merkst du vielleicht auch an deinen eigenen Lippen oder Händen.
- Kälte, Wind und Wetter: Kalte Außenluft und Wind trocknen vor allem die unbedeckten Stellen aus, also Gesicht, Wangen und Hände.
- Häufiges oder langes Baden: Wasser löst Fette aus der Haut. Wer sein Baby sehr oft oder lange badet, kann die Haut dadurch austrocknen.
- Zu heißes Badewasser: Heißes Wasser entzieht der Haut stärker Fett als körperwarmes Wasser und ist außerdem ein Verbrühungsrisiko.
- Seife, Badezusätze und Duftstoffe: Viele Reinigungs- und Pflegeprodukte sind für Babyhaut schlicht nicht nötig. Zu viele Cremes und Duftstoffe können sie reizen.
- Trockene Haut nach dem Baden: Wenn die Haut nach dem Bad kräftig trocken gerubbelt wird oder lange feucht bleibt und dann an der Luft abtrocknet, fühlt sie sich danach oft gespannt an.
- Reibung durch Kleidung: Raue Stoffe, kratzige Nähte oder enge Bündchen können an Beinen, Armen und im Nacken reiben.
- Individuelle Hautempfindlichkeit: Manche Babys haben von Natur aus trockenere Haut als andere, etwa wenn in der Familie schon Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma vorkommen.
Gut zu wissen für Neugeborene: Dass sich die Haut in den ersten Lebenswochen schält oder schuppt, besonders an Händen und Füßen, ist bei reif geborenen Babys ein normaler Anpassungsvorgang. Meist verschwindet das von selbst, ohne dass du viel tun musst.
Wie sieht trockene Babyhaut aus?
Kurz gesagt: Trockene Babyhaut fühlt sich rau an, kann leicht schuppen und wirkt manchmal etwas gerötet. Typisch sind trockene Wangen, raue Stellen an Händen, Beinen oder Füßen und kleine, fein schuppige Hautpartien. Dein Baby wirkt dabei meist zufrieden und kratzt sich kaum.
Typische Anzeichen:
- raue, stumpfe Haut, die sich beim Streicheln nicht mehr ganz glatt anfühlt
- leicht schuppige Haut, oft an Beinen, Armen oder am Bauch
- trockene Wangen, vor allem nach Aufenthalten draußen
- trockene Hände oder Füße
- leichte Rötung an einzelnen Stellen
- kleine trockene Hautstellen, die kommen und gehen
Was nicht einfach als trockene Haut abgetan werden sollte: deutlich gerötete, entzündet wirkende Flächen, starker Juckreiz (dein Baby reibt das Gesicht ständig an der Matratze oder an deiner Schulter), nässende oder verkrustete Stellen, Bläschen, offene Haut oder Stellen, die sich trotz sanfter Pflege immer weiter ausbreiten. Hier ist eine ärztliche Einschätzung sinnvoll.
Trockene Haut beim Baby im Gesicht
Kurz gesagt: Das Gesicht ist Kälte, Wind, Speichel und häufigem Abwischen besonders stark ausgesetzt. Deshalb sind Wangen und die Haut um den Mund oft zuerst trocken. Hilfreich sind lauwarmes Wasser statt vieler Tücher, sanftes Abtupfen statt Reiben und bei Bedarf eine dünne Schicht einer einfachen Pflege.
Dass gerade die Wangen trocken werden, hat mehrere Gründe:
- Kälte und Wind: Auch wenn dein Baby warm eingepackt ist, bleibt das Gesicht meistens ungeschützt.
- Speichel: Beim Sabbern, vor allem in der Zahnungsphase, ist die Haut um Mund und Kinn ständig feucht und trocknet dann wieder ab. Das strapaziert sie.
- Reibung: Babys reiben ihr Gesicht an Bettwäsche, Kleidung oder an deiner Schulter.
- Häufiges Abwischen: Nach jeder Mahlzeit wird der Mund abgewischt, oft mehrmals am Tag. Das summiert sich.
Sanfte Pflegeroutine fürs Gesicht:
- Das Gesicht mit einem weichen Waschlappen und lauwarmem, klarem Wasser reinigen.
- Speichel und Essensreste lieber sanft abtupfen als abreiben.
- Die Haut anschließend vorsichtig trocken tupfen, auch in den Falten am Hals.
- Bei spürbar trockener Haut eine kleine Menge einer einfachen, für Babys geeigneten Pflege dünn auftragen.
- Beobachten, ob es besser wird. Sind die Wangen nach ein, zwei Wochen weiter deutlich rot, rau und dein Baby reibt sich oft das Gesicht, lass es in der Kinderarztpraxis anschauen.
Und die Kopfhaut?
Schuppen auf dem Kopf sind bei Babys häufig, haben aber oft nichts mit trockener Haut zu tun. Gelbliche, fettige Schuppen sprechen eher für Kopfgneis. Mehr dazu, wie du Kopfgneis von Milchschorf unterscheidest und sanft pflegst, liest du in unserem Artikel Milchschorf / Kopfgneis: Ursachen und sanfte Pflege.
Was hilft wirklich gegen trockene Babyhaut?
Kurz gesagt: Bei trockener Babyhaut ist weniger oft mehr. Seltener und kürzer baden, körperwarmes Wasser verwenden, die Haut sanft trocken tupfen und bei Bedarf eine einfache, gut verträgliche Pflege auftragen. Dazu die Haut vor Kälte und Wind schützen und auf unnötige, stark parfümierte Produkte verzichten.
Das hilft im Alltag:
- Sanft reinigen: Für den Großteil des Körpers reicht klares, lauwarmes Wasser. Ein Baby wird, abgesehen vom Windelbereich, selten richtig schmutzig.
- Nicht unnötig häufig baden: Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung reicht es, ein Baby ein- bis zweimal pro Woche für fünf bis zehn Minuten zu baden. Dazwischen genügt eine kleine Wäsche mit dem Waschlappen.
- Nicht zu heiß baden: Das Badewasser sollte körperwarm sein, also höchstens 36 bis 37 Grad, lieber etwas kühler als zu warm. Ein Badethermometer hilft.
- Sanft trocken tupfen: Nach dem Baden die Haut mit einem weichen Handtuch abtupfen statt rubbeln. Hautfalten dabei nicht vergessen.
- Bei Bedarf eincremen: Nach dem Baden oder bei kalter, trockener Luft kann eine einfache Pflege helfen, den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen.
- Vor Kälte und Wind schützen: Mütze, Schal oder ein Windschutz am Kinderwagen halten Wind vom Gesicht fern.
- Raumklima im Blick behalten: Regelmäßiges Stoßlüften und nicht dauerhaft überheizte Räume tun der Haut gut.
- Produkte reduzieren: Lieber ein gut verträgliches Produkt als viele verschiedene. Stark parfümierte Produkte meiden, wenn sie die Haut reizen.
- Weiche Kleidung wählen: Weiche, atmungsaktive Stoffe direkt auf der Haut, ohne kratzige Etiketten.
Sollte man trockene Babyhaut eincremen?
Kurz gesagt: Nicht jedes Baby muss ständig eingecremt werden. Ist die Haut gesund und weich, braucht sie meist keine zusätzliche Pflege. Wirkt sie trocken und rau, besonders nach dem Baden oder bei Kälte, kann eine dünne Schicht einer einfachen, gut verträglichen Pflege sinnvoll sein.
Fachleute empfehlen bei gesunder Babyhaut eher Zurückhaltung. Zu häufiges Waschen oder Eincremen, gerade mit ungeeigneten Produkten, kann die Hautbarriere sogar schwächen.
Eincremen kann sinnvoll sein, wenn:
- sich die Haut nach dem Baden spannt oder rau anfühlt
- bei Kälte und trockener Heizungsluft trockene Stellen entstehen
- einzelne Bereiche wie Wangen, Hände oder Beine immer wieder schuppen
Vielleicht hast du gehört, dass tägliches Eincremen ab der Geburt vor Neurodermitis schützt. Eine große Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass Hautpflegemittel im ersten Lebensjahr die Entstehung eines Ekzems wahrscheinlich nicht verhindern. Für die Behandlung eines bestehenden Ekzems bleibt die Hautpflege aber wichtig.
Mit der Kinderarztpraxis besprechen solltest du die Pflege, wenn die Haut trotz einfacher Pflege nicht besser wird, dein Baby sich kratzt, wenn in eurer Familie Neurodermitis vorkommt oder wenn du unsicher bist, welches Produkt passt.
Welche Creme ist für trockene Babyhaut geeignet?
Kurz gesagt: Die eine beste Creme gibt es nicht. Sinnvoll ist ein Produkt, das ausdrücklich für Babys gedacht ist, eine möglichst einfache Rezeptur hat und das dein Baby gut verträgt. Bei sehr empfindlicher Haut oder Neigung zu Ekzemen sind unparfümierte Produkte oft die bessere Wahl.
Darauf kannst du achten:
- Für Babys geeignet: Das Produkt sollte für Säuglinge vorgesehen sein.
- Einfache Formulierung: Je weniger Inhaltsstoffe, desto leichter lässt sich nachvollziehen, worauf die Haut reagiert.
- Gute Verträglichkeit: Probiere ein neues Produkt zuerst an einer kleinen Stelle aus und beobachte die Haut ein bis zwei Tage.
- Duftstoffe: Bei empfindlicher Haut kann ein unparfümiertes Produkt sinnvoller sein.
- Hygiene: Nimm Creme nur mit sauberen Händen aus dem Tiegel, oder nutze Tuben und Pumpspender. So bleibt das Produkt sauber.
Wichtig: "Natürlich" oder "bio" bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt für jede Babyhaut besser verträglich ist. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können die Haut reizen oder Allergien auslösen.
Wenn du eine unkomplizierte Pflege für den Alltag suchst: Die Moise Bodylotion ist dermatologisch getestet, für die tägliche Pflege von Babyhaut gedacht und enthält pflanzliche Öle wie Jojoba- und Aprikosenkernöl sowie einen dezenten Duft. Neigt die Haut deines Babys zu Ekzemen oder ist sie gerade gereizt, besprich am besten mit deiner Kinderarztpraxis, ob ein unparfümiertes Produkt besser passt.
Ist Babyöl gut bei trockener Haut?
Kurz gesagt: Öl kann trockene Babyhaut geschmeidiger machen, ist aber nicht für jedes Baby nötig und nicht automatisch besser als eine Creme. Speiseöle wie Olivenöl werden für die Babyhaut inzwischen eher nicht mehr empfohlen. Ätherische Öle gehören nicht in die Babypflege. Und: Eingeölte Babys sind sehr rutschig.
Viele Eltern greifen bei trockener Haut instinktiv zum Öl, oft auf Rat von Großeltern oder Freundinnen. Ganz so einfach ist es aber nicht:
- Olivenöl: Früher wurde es häufig empfohlen. Studien deuten jedoch darauf hin, dass Olivenöl die Hautbarriere belasten kann. Mehrere Gesundheitsdienste des britischen NHS raten deshalb inzwischen davon ab, es routinemäßig auf Babyhaut zu verwenden.
- Andere Öle: Wie gut andere Pflanzenöle für Babyhaut sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Öl kann die Haut zwar weicher machen, ist aber kein Muss.
- Ätherische Öle: Duftöle wie Lavendel, Eukalyptus oder Pfefferminz sind für Babys nicht geeignet und sollten weder aufgetragen noch ins Badewasser gegeben werden.
- "Natürlich" ist kein Qualitätssiegel: Auch ein natürliches Öl kann die Haut reizen.
Sicherheit geht vor: Öl im Badewasser oder auf der Haut macht dein Baby und die Badewanne sehr rutschig. Halte dein Baby deshalb immer gut fest, und öle es nicht in der Wanne ein. Achte außerdem darauf, dass kein Öl in Mund, Nase oder Augen gelangt.
Kann Baden trockene Babyhaut verschlimmern?
Kurz gesagt: Ja, zu häufiges, zu langes oder zu heißes Baden kann trockene Haut verschlimmern, weil Wasser und Reinigungsmittel der Haut Fett entziehen. Kurze Bäder in körperwarmem Wasser, wenig oder kein Reinigungsprodukt und sanftes Abtupfen danach schonen die Hautbarriere.
Worauf es ankommt:
- Häufigkeit: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hält ein bis zwei Bäder pro Woche für völlig ausreichend. Wenn dein Baby das Baden liebt und die Haut gut damit zurechtkommt, ist das eine grobe Orientierung, keine starre Regel.
- Wassertemperatur: körperwarm, höchstens 36 bis 37 Grad.
- Badezeit: etwa fünf bis zehn Minuten reichen.
- Reinigungsprodukte: In den ersten Wochen reicht klares Wasser. Später, wenn du ein Produkt nutzt, genügt eine kleine Menge eines milden Produkts für Babys, etwa ein 2-in-1 Shampoo & Duschgel für Babys, nur an den Stellen, die es wirklich brauchen.
- Danach: gut, aber sanft abtupfen und bei Bedarf eincremen.
Sollte ich mein Baby bei trockener Haut weniger baden? Wenn die Haut nach dem Baden spürbar trockener wird, kann es sinnvoll sein, seltener oder kürzer zu baden und dazwischen mit dem Waschlappen zu waschen. Hat dein Baby bereits eine ärztlich festgestellte Neurodermitis, kann die Kinderarztpraxis andere Empfehlungen geben.
Mehr zu Temperatur, Dauer und Ablauf findest du in unserem Ratgeber Baby baden: Wie oft, wie warm, wie lange?
Zur Sicherheit: Lass dein Baby beim Baden niemals allein, auch nicht für einen kurzen Moment. Babys können schon in sehr flachem Wasser ertrinken.
Trockene Haut beim Baby im Winter
Kurz gesagt: Im Winter trifft kalte, trockene Außenluft auf warme, trockene Heizungsluft. Das strapaziert vor allem Gesicht, Wangen und Hände. Hilfreich sind Schutz vor Wind, weiche Kleidung in Schichten, nicht überheizte Räume und bei Bedarf eine einfache Pflege nach dem Baden oder vor dem Spaziergang.
Praktische Tipps für die kalte Jahreszeit:
- Gesicht schützen: Mütze, Schal oder ein Windschutz am Kinderwagen halten eisigen Wind ab.
- Pflege für draußen: Für kalte Tage greifen viele Eltern zu einer eher wasserarmen, reichhaltigeren Pflege fürs Gesicht. Frag im Zweifel in der Kinderarztpraxis oder Apotheke nach, was für dein Baby passt.
- Zwiebellook statt Überhitzung: Mehrere dünne Schichten aus weichen Stoffen sind angenehmer als ein dicker Pullover, unter dem dein Baby schwitzt.
- Heizung und Lüften: Räume nicht dauerhaft überheizen und regelmäßig stoßlüften.
- Baden: Im Winter lieber kurz baden und die Haut danach gut abtupfen.
Trockene Haut beim Baby im Sommer
Kurz gesagt: Auch im Sommer kann Babyhaut trocken werden, etwa durch häufigeres Waschen, Sonne, Chlorwasser oder Reibung in schwitzigen Hautfalten. Wichtig: Babys gehören im ersten Lebensjahr nicht in die direkte Sonne. Schatten und leichte Kleidung sind der beste Schutz.
Darauf kannst du im Sommer achten:
- Keine direkte Sonne im ersten Lebensjahr: Das empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Nutze Schatten, einen Sonnenhut mit Nackenschutz und luftige, leichte Kleidung, die Arme und Beine bedeckt.
- Sonnencreme möglichst meiden: Im ersten Lebensjahr sollten Sonnenschutzmittel möglichst nicht verwendet werden, weil sie die empfindliche Babyhaut unnötig belasten. Schatten und Kleidung haben Vorrang. Wenn sich Sonne ausnahmsweise nicht vermeiden lässt, sprich mit deiner Kinderarztpraxis.
- Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten.
- Schweiß sanft abwaschen: Mit lauwarmem Wasser, ohne jedes Mal Seife.
- Hautfalten trocken halten: Am Hals, in den Achseln und in der Leiste reibt feuchte Haut leicht wund.
- Nach Chlor- oder Salzwasser: Die Haut kurz mit klarem Wasser abspülen und sanft abtupfen.
Trockene Haut oder Neurodermitis? Die Unterschiede
Kurz gesagt: Trockene Haut allein bedeutet nicht, dass dein Baby Neurodermitis hat. Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Typisch ist starker Juckreiz zusammen mit geröteter, trockener, schuppiger Haut. Bei Säuglingen zeigt sie sich häufig zuerst im Gesicht, vor allem an den Wangen, sowie auf der Kopfhaut.
Die folgende Übersicht dient nur zur groben Orientierung und ersetzt keine ärztliche Diagnose:
| Merkmal | Trockene Haut | Mögliches Ekzem / Neurodermitis |
|---|---|---|
| Hautbild | trocken, rau, leicht schuppig | trocken, deutlich gerötet, entzündet wirkend |
| Juckreiz | kaum oder gar nicht | häufig stark; Baby reibt oder kratzt sich |
| Rötung | höchstens leicht | oft deutlich |
| Typische Stellen | Wangen, Hände, Beine, Füße | bei Babys oft Wangen, Kopfhaut, Rumpf, Streckseiten von Armen und Beinen |
| Nässen oder Krusten | untypisch | möglich |
| Verlauf | häufig vorübergehend, bessert sich mit Pflege | wiederkehrend, in Schüben |
| Beschwerden | meist mild | können Schlaf und Wohlbefinden deutlich stören |
Ein wichtiger Hinweis auf Juckreiz ist bei kleinen Babys das Verhalten: Sie reiben ihr Gesicht an der Matratze, an Kleidung oder an deiner Schulter, schlafen unruhig oder sind auffallend quengelig.
Neurodermitis ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln, und bei vielen Kindern werden die Beschwerden nach dem Säuglings- und Kleinkindalter deutlich besser. Die Diagnose und die passende Behandlung gehören in ärztliche Hände. Bitte starte keine Behandlung auf eigene Faust, etwa mit Cremes, die für Erwachsene gedacht sind.
Wann sollte ich mit trockener Haut zum Kinderarzt?
Kurz gesagt: Leicht trockene Haut, die sich mit sanfter Pflege bessert, braucht meist keinen Arztbesuch. Lass die Haut deines Babys aber ärztlich anschauen, wenn sie stark gerötet ist, juckt, nässt, offene Stellen oder Bläschen zeigt, wenn Anzeichen einer Infektion auftreten oder wenn trotz guter Pflege keine Besserung eintritt.
Vereinbare einen Termin in der Kinderarztpraxis, wenn:
- die Beschwerden stark sind oder zunehmen
- die Haut deutlich gerötet ist
- dein Baby sich häufig kratzt oder das Gesicht reibt
- Stellen nässen, verkrusten oder offen sind
- sich die Haut trotz geeigneter Pflege über ein bis zwei Wochen nicht bessert
- du unsicher bist, ob es sich um ein Ekzem oder eine andere Hauterkrankung handelt
Noch am selben Tag ärztlichen Rat holen solltest du, wenn:
- Bläschen, Eiter oder gelbliche Krusten auftreten
- sich eine Stelle schnell ausbreitet, deutlich schwillt, warm oder schmerzhaft ist
- dein Baby Fieber hat, sehr unruhig ist, schlecht trinkt oder insgesamt krank wirkt
Außerhalb der Praxiszeiten erreichst du in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Im Notfall wähle 112.
Auch wenn es "nur" trockene Haut sein könnte: Du darfst jederzeit nachfragen, wenn dich etwas beunruhigt. Deine Hebamme oder die Kinderarztpraxis sind genau dafür da.
Was sollte man bei trockener Babyhaut vermeiden?
Kurz gesagt: Vermeide alles, was der Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit entzieht oder sie reizt: heißes Wasser, lange Bäder, kräftiges Rubbeln, aggressive oder stark parfümierte Produkte und ätherische Öle.
Das solltest du lieber lassen:
- sehr heißes Badewasser
- unnötig lange oder sehr häufige Bäder
- häufiges, kräftiges Waschen mit Seife
- starkes Rubbeln mit dem Handtuch
- aggressive Reinigungsmittel und Schaumbäder
- stark parfümierte Produkte, wenn sie die Haut reizen
- viele verschiedene Pflegeprodukte gleichzeitig
- ätherische Öle
- unbewiesene Hausmittel
- Cremes oder Salben für Erwachsene ohne ärztliche Rücksprache
- Kratzen: Kurze, glatte Fingernägel und bei Bedarf Baumwollhandschuhe helfen, die Haut zu schützen
Einfache Pflegeroutine für trockene Babyhaut
Kurz gesagt: Eine gute Pflegeroutine ist einfach: nur so viel reinigen wie nötig, lauwarmes Wasser, sanft trocken tupfen, bei Bedarf eine dünne Schicht Pflege und die Haut im Blick behalten.
Schritt 1: Nur so viel reinigen wie nötig. An den meisten Tagen reichen Gesicht, Hände, Hautfalten und der Windelbereich mit dem Waschlappen.
Schritt 2: Lauwarmes Wasser verwenden. Beim Baden körperwarm, höchstens 36 bis 37 Grad, und nicht länger als etwa fünf bis zehn Minuten.
Schritt 3: Sanft trocken tupfen. Mit einem weichen Handtuch abtupfen, auch in Hals-, Arm- und Beinfalten.
Schritt 4: Bei Bedarf pflegen. Eine kleine Menge einer einfachen, gut verträglichen Pflege auf die trockenen Stellen auftragen, am besten kurz nach dem Abtrocknen.
Schritt 5: Auf Veränderungen achten. Wird die Haut besser? Juckt sie? Treten neue rote oder nässende Stellen auf?
Schritt 6: Bei Bedarf ärztlichen Rat einholen. Wenn die Haut trotz Pflege nicht besser wird oder dir etwas auffällig vorkommt.
Fazit
Trockene Haut beim Baby ist meistens kein Grund zur Sorge. Oft reicht es, die Pflege zu vereinfachen: seltener und kürzer baden, lauwarmes Wasser, sanft abtupfen und bei Bedarf eine einfache Pflege. Schütze die Haut vor Kälte, Wind und direkter Sonne. Und wenn die Haut stark gerötet ist, juckt, nässt oder einfach nicht besser wird, hol dir ärztlichen Rat. Du kennst dein Baby am besten, und dein Bauchgefühl zählt.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.



